Die fünfte Jahreszeit ist in vollem Gange. In Rio de Janeiro wird trotz starken Regens Samba bis spät in die Nacht getanzt. In Köln und Düsseldorf sind vielleicht mehr Winterjacken zu sehen, aber die Stimmung ist ähnlich aufgeheizt. Die Karnevalszeit ist für viele Menschen ein echtes Highlight des Jahres. Traditionell endet sie am Aschermittwoch – mit dem Beginn der christlichen Fastenzeit. Das ist nächsten Mittwoch, also am 06.03.2019. Ende der Fastenzeit ist dann Ostersonntag, am 21.04.2019. Aber hat das überhaupt noch irgendeine Bedeutung für uns?

In vielen Religionen, vor allem natürlich dem Islam, ist das Fasten eine wichtige Voraussetzung für das Heil. Fasten kann dabei alles sein – die Aufgabe einzelner Angewohnheiten bis zum vollständigem Verzicht auf Essen und Trinken. Auch im Christentum hat das Fasten Tradition. Aber Voraussetzung für das Heil, das ist es nicht. Uns ist freigestellt, ob wir fasten möchten oder nicht. Jesus ist für uns gestorben – auf Essensregeln kommt es für uns nicht mehr an.

Aber es kann trotzdem sinnvoll sein, die nun beginnende Fastenzeit zu nutzen. Denn sie kann uns selbst und unserem Glauben richtig gut tun. Einfach mal sechs Wochen lang auf etwas verzichten, was sonst zu unserem Alltag dazugehört. Das kann der Genuss von Fleisch oder Süßigkeiten sein. Aber auch jedes Verhalten, von dem wir eigentlich wissen, dass es gegenüber Gott viel zu großen Platz in unserem Leben einnimmt. Youtube, Zocken, Instagram … wenn du dir kurz Zeit nimmst und in dich horchst, fällt dir sicher etwas ein.

Der Zweck vom Fasten ist – unter anderem – der: Jedes Mal, wenn es in der Schulmensa ein leckeres Schnitzel gibt, aber du darauf (unter Tränen 😉 ) verzichtest, triffst du eine bewusste Entscheidung. Gott ist dir wichtiger als der Genuss. Plötzlich wirst du im Alltag viel öfter mit dieser Entscheidung konfrontiert, und du triffst sie regelmäßig. Das macht Mut für den Glauben! Wenn du auf ein Verhalten verzichtest, kannst du die so gewonnene Zeit bewusst zum Bibel lesen oder zum Beten nutzen. Allgemein spielt das Gebet eine wichtige Rolle beim Fasten. Gott wird dir beim Verzicht helfen, wenn du ihn darum bittest!

Häufig wird Fasten aber auch zum Selbstzweck. Die Gefahr ist, dass es dabei nicht mehr um Gott geht, sondern um uns selbst. Irgendwie ist es ja auch ein bisschen cool, seinen Freunden zu beweisen, dass man so lange auf Instagram verzichten kann. Und seinen christlichen Freunden, dass einem Gott so wichtig ist. Dieses Risiko gab es schon immer – wie cool, dass Jesus uns dazu etwas sagt:

„Wenn ihr fastet, dann schaut nicht so drein wie die Heuchler! Sie setzen eine wehleidige Miene auf und vernachlässigen ihr Aussehen, damit jeder merkt, dass sie fasten. Ich versichere euch: Diese Leute haben ihren Lohn schon erhalten! Bei dir soll es anders sein: Wenn du fastest, dann pflege dein Äußeres so, dass keiner etwas von deinem Verzicht merkt – außer deinem Vater im Himmel. Denn er ist auch da, wo niemand zuschaut. Und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird dich dafür belohnen.“ – Matthäus 6, 16 – 18.


 

Also, folgende Ermutigung für die kommenden Wochen:

  1. Such dir ein Verhalten aus, dass dich von Gott wegbringt, und verzichte ab Mittwoch drauf.
  2. Bete jedes Mal, wenn du mit deinem Verzicht konfrontiert wirst.
  3. Mach gegenüber anderen kein großes Drama draus. Gott sieht dich! Das ist das, was zählt.