Nach über 70 Tage Corona–Wahnsinn lockern sich die Beschränkungen mehr und mehr. Langsam fängt man wieder an, ein „fast“ normales Leben zu führen. Ich weiß nicht wie es euch ging, aber es war eine ziemlich einsame Zeit so ohne Familie (ich wohne alleine), Freunde und Uni. Isolation und Einsamkeit gehen an die Substanz. Um es mit den Worten Mutter Theresas zu sagen: „Einsamkeit und das Gefühl unerwünscht zu sein, ist die schlimmste Armut.“

Irgendwie ist die Zeit langsamer vergangen in den letzten Monaten. Irgendwie kommt man ins Grübeln und muss sich neu mit sich selbst auseinandersetzen. Besonders mit der Dunkelheit, tief verborgen in seinem Herzen. Mit all seinen Fehlern und Verletzungen. Und über allem wabert diese Frage: „ Wer gibt mir eigentlich meinen Wert?“ – oder anders gefragt – „Bin ich wertvoll und geliebt?“

Bin ich es selbst? Meine Freunde, die grad „weg“ sind, weil wir uns nicht mehr treffen können? Ist es meine Familie, die aber vielleicht nervt? Meine schulischen Leistungen? Oder Instagram und Co.? 

Bei all diesen Zweifeln hilft es mir einfach auf unseren Schöpfer zu blicken. Mit ihm in Kontakt zu treten. Sein Wort zu lesen und zu beten. Mir ist da die Geschichte von Nikodemus und Jesus eingefallen (Johannes 3, 1 – 21). Nikodemus war ein Gelehrter und ging mit Jeus in den Austausch darüber, wie man in Gottes Reich kommt. – Die Antwort von Jesus: „Natürliches Leben bringt natürliches Leben hervor; geistliches Leben wird aus dem Geist geboren.“ (Johannes 3,6) Was Jesus hier meint ist einfach, dass wir ihn annehmen und an glauben sollen, damit wir ins Gottes Reich kommen.

Hier verwendet Jesus ein sehr schönes Bild, um es mit dem Glauben zu vergleichen: „Der Wind weht, wo er will. Du hörst zart sein Rauschen, aber woher er kommt und wohin er geht weißt du nicht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.“ (Johannes 3,8) In den Versen 16- 18 wird explizit darauf eingegangen, dass Gott durch Jesus auf die Welt gekommen ist, um uns zu Retten. Alles was wir tun müssen, ist, an IHN zu glauben. 

Um meine Ausgangsfrage zu beantworten: Gott gibt mir meinen Wert, er definiert mich. Durch meinen Glauben an ihn bin ich Gottes Kind. Im Leben kann man sich nicht selbst definieren. Man wurde von seiner Mutter geboren, jemand hat unseren Namen ausgesucht. Genauso wie man sich nicht aussuchen kann, wie man sterben wird.  

Mein Wert kommt von Gott, er hat mich wunderbar erschaffen. Der Psalm 139 beschreibt seine Liebe zu uns: „Wie kostbar sind für mich deine Gedanken, o Gott, es sind unbegreifliche viele! Wollte ich sie zählen, so wären sie zahlreicher als alle Sandkörner dieser Welt. Und schlafe ich ein und erwache, so bin ich immer noch bei dir.“ Psalm 139, 17-18

Am Ende kann ich da nur sagen: „Ich danke dir dafür,  dass ich so wunderbar erschaffen bin, es füllt mich mit Ehrfurcht. Ja, das habe ich erkannt: Deine Werke sind wunderbar!“ (Psalm 139, 14)

Weiterdenken und lesen:

  • Lese doch mit deinem SBK die Geschichte von Jesus und Nikodemus: Johannes 3, 1-21 und Psalm 139.
  •  Was fällt dir auf? Kennst du die Zweifel von Nikodemus? Was hält dich davon ab, Gottes Kind zu sein?
  • Wie fühlst du dich, wenn du Psalm 139 liest? Was löst der Psalm in dir aus? Verändert er deine Sicht auf die Welt und auf Gott?

Empfehlungen:

  • Bei Youtube: Fragwürdig – die Hochschultage der SMD 2020 https://www.youtube.com/watch?v=JpY5e6Zd3Nk&t=920s eingeben (für Studenten, aber ich finde es für euch ältere eine gute Ergänzung und einen schönen Input)

Für die Mädels unter euch:

  • Herzstärkend (Blog oder auf Instagram)
  • Lary tals (guter Podcast zur Fairtrade, Mädelssachen & Glauben, sie hat auch einen Instagram Account und einen Blog, aber der Podcast enthält mehr christlichen Inhalt)