Wer mag, schließe mal für einen Moment die Augen. Stell dir vor, du bist mit ein paar Leuten auf einer Nachtwanderung mitten im Wald (wahlweise auch in der Geisterbahn ;)…). Vielleicht erinnerst du dich an deine letzte Nachtwanderung. Alle haben ihre Taschenlampen oder Handylichter an und reden leise miteinander. Irgendwann werdet ihr aufgefordert, alles Licht auszuschalten und nicht mehr miteinander zu sprechen. Erst protestieren viele, dann ist es irgendwann ganz ruhig. Langsam gewöhnt sich dein Auge an die Dunkelheit. Auf einmal hörst du die Geräusche des Waldes: Das Rascheln des Laubes – war das Wind oder ein Tier? In weiter Ferne das Rufen eines Uhus. Du hörst eure eigenen hastigen Schritte und noch das eine oder andere Flüstern und Lachen, um der Stille zu entgehen. Irgendwann sind alle ruhig.

Was kommt hinter der nächsten Kurve? Wie lange geht das noch so und wann könnt ihr endlich wieder das Licht anmachen? Du weißt es nicht. Du kannst nur vertrauen, dass hinter der nächsten Ecke alles in Ordnung und der Weg nicht mehr so lang ist. Vielleicht bist du auch ganz cool, dir macht dieser kleine Nervenkitzel total viel Spaß und der Weg könnte für eine Weile so weitergehen. Du hast vielmehr Lust, die anderen so richtig zu erschrecken und zu ärgern.

Was auch immer dir durch den Kopf geht, ich glaube, du bist trotz allem froh, wenn am Ende wieder das Licht angemacht werden kann. Und auch jetzt hier kannst du deine Augen wieder aufmachen und Licht sehen.

Wie war das für euch? (kurzer Austausch)

Licht ist für unseren Körper wichtig: Es baut u.a. das lebenswichtige Immunsystem gegen Infektionen auf, steuert Blutdruck, Herz, Kreislauf, Wachstum, Muskelleistung und Co. Mehr dazu findest du hier. Gerade in den Monaten, in denen selten die Sonne zu sehen ist, geht es vielen Menschen um einiges schlechter, weil weniger Licht da ist. Menschen, Pflanzen, Tiere brauchen Licht.

In der Bibel taucht das Thema Licht an verschiedenen Stellen auf (ihr könnt gerne kurz sammeln, je nach Zeit).

Der Schreiber von Psalm 119 brachte das Wort Gottes mit Licht in Verbindung – Psalm 119, 105: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege„. Lest den kurzen Vers gerne mehrfach laut. Dabei könnt ihr auch immer ein Wort besonders betonen.

Was könnte hinter den einzelnen Worten stecken?

DEIN WORT: Nicht um deine Gedanken über Gott oder um dein Gefühl gegenüber Gott geht es. Das Letztere kann nämlich manchmal ganz schön trügen. Sondern das, was Gott sagt, das ist sein Wort. Zu finden ist es z. B. in der Bibel, in vielen Lobpreisliedern, in Texten über ihn, im SBK, in Jugendstunden, in Gottesdiensten, … Damit sein Licht in deinem Leben noch mehr leuchten kann, ist es gut, das Wort mehr und mehr kennenzulernen. Manche von euch sind echte Profis, aber das Bibellesen ist nicht immer so leicht. Fang doch an mit einem Psalm, der Trost und Mut schenkt. Dort sprechen die Psalmbeter oft einfach das aus, was sie denken und fühlen. Oder lies pro Tag im Monat genau einen der 31 Sprüche. So versorgst du dich mit seinem Wort und es kann noch mehr Leuchtkraft bei dir freisetzen.

MEINES FUßES: Gott ist persönlich an dir interessiert, sogar an deinem Fuß.

MEINES FUßES LEUCHTE: Im Verhältnis zum weiten und manchmal steinigen Weg kann so ein Fuß recht klein sein. Wäre es nicht besser, Gottes Wort würde ein Flutlicht wie im Stadion sein? Oder ein Fernlicht wie im Auto? Oder noch besser: ein Nachtsichtgerät oder ein Röntgenstrahler? Statt dessen ist es „nur“ ein Licht an deinem Fuß?

Dieses Licht zeigt dir nicht den ganzen Weg an, lässt nicht alle Schönheiten oder Gefahren hinter der nächsten Kurve voraussehen. Schade eigentlich! Es beleuchtet vielmehr nur den nächsten Schritt oder leuchtet sogar erst, wenn du dich aufgemacht hast, dich also in eine Richtung bewegst. Mitunter siehst du sein Licht erst im Nachhinein oder teilweise auch gar nicht.

Das ist manchmal hart, aber auch wenn es nicht sichtbar ist, ist da durch sein Wort. Anstatt dir alles auf dem Silbertablett zu präsentieren, fordert es dich auf, zu vertrauen, dass das Licht auch beim übernächsten Schritt noch leuchten und dich führen wird, auch wenn du es nicht unmittelbar siehst. So ist dir vielleicht nicht sofort klar, welchen Wahlpflicht- oder Leistungskurs, welchen Beruf du wählen sollst oder wie die Prüfung ausgehen wird. Aber du darfst wissen, dass Gott dich jeden Schritt begleitet und sein Wort dir leuchtet. Es leuchtet, indem du vielleicht in der Bibel eine Bestätigung für eine Entscheidung findest. Oder indem dir Ratgeber, die mit dem Wort Gottes leben, einen guten Tipp für eine Richtung geben.

EIN LICHT AUF MEINEM WEGE: Egal, wie dunkel es manchmal auf deinem Weg ist, gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit, das Wort bleibt ein helles Licht. Wir lesen darin von Jesus, der Liebe in Person war. So kann ein liebesvolles Wort auch anderen Menschen Ermutigung in ihre dunkle Situation bringen. Gerade jetzt im Januar liegt das neue Jahr so frisch vor dir. Viele Wege sind noch nicht gegangen und an manchen Stellen herrscht auch noch Dunkelheit. Vielleicht kannst du das Licht, das Gott dir leuchtet, weitergeben?

Eine letzte Frage bleibt zu klären: Wohin führt überhaupt der Weg? Auf der Erde hier sind wir nur als Gäste unterwegs. Eines Tages werden wir in der himmlischen Wohnung und im ewigen Licht nach Hause kommen. Bis dahin lasst uns immer wieder hier das Licht auf unserem Weg suchen und dieses Licht in die Dunkelheit bringen. Machst du mit? 

  • Wo erlebe ich gerade eher Licht, eher Dunkelheit in meinem persönlichen Leben und in der Schule? Welches Wort kann mir da raushelfen?
  • Inwiefern mache ich mir Druck, dass ich schon die nächsten Monate, Jahre geplant haben muss? Kann der Vers 105 aus Psalm 119 Gechilltheit schenken?
  • Für wen könnt ihr im SBK gemeinsam beten, der gerade Licht braucht? Mitschüler, Lehrer, an Winterdepression Leidende, Wohnungslose, Einsame in deiner Stadt?

Viele richtig strahlende Licht-Momente in 2020 wünscht dir dein AK Nordost