Erinnert ihr euch noch an den Impuls vom 20. Mai? Gut! Denn heute geht es zwar nicht um das Konzil von Nicäa und unser Glaubensbekenntnis, sondern um einen der Teilnehmer dieses Konzils, der es zu einiger Berühmtheit gebracht hat!

Die Rede ist von einem jungen Mann, der im Alter von 19 Jahren von seinem Onkel, der Bischof war, zum Priester geweiht wurde. Seine Karriere begann er als Abt im Kloster von Sion. Dieses Kloster befand sich in Lykien, eine Region der griechischen Spätantike, die sich heute in der türkischen Region Antalya, im Südwesten der Türkei befindet.

Um diesen besagten Abt, der später ebenfalls zum Bischof geweiht wurde, ranken sich bis heute einige Legenden. Eine dieser Legenden bezieht sich auf das Erbe des Bischofs, das ihm ein üppiges Vermögen einbrachte.

Dem Bischof war zu Ohren gekommen, dass es in seiner Stadt einen sehr armen Mann gab, der so wenig Geld hatte, dass er seine drei Töchter auf dem Markt als Prosituierte verkaufen musste. Daraufhin beschloss der Bischof, dieser Familie zu helfen und schlich sich nachts zu dem Haus, wo die drei Mädchen schliefen. Durch das geöffnete Fenster warf der Bischof drei Goldstücke. Als die Mädchen am nächsten Morgen erwachten war die Freude groß und ihr Vater konnte seine Töchter schließlich mit einer opulenten Mitgift verheiraten.

Sicher sind jetzt schon einige dahinter gekommen, um welche Berühmtheit es sich handelt. Die Rede ist natürlich von Nikolaus von Myra. Vergangene Woche, am 06. Dezember haben wir uns an seinem Namenstag erinnert, indem wir uns gegenseitig kleine Statuen aus Schokolade schenken, die seine Form tragen. Die Äpfel, die meistens mit dem Nikolaus assoziiert sind, sind Symbole für die drei Goldstücke, die Nikolaus verschenkte.

Der innere Teil dieser Legende bezieht sich also auf die Handlung des Schenkens, die in der konsumorientierten Vorweihnachtszeit sicherlich manchmal zu kurz kommt. Genau hier können wir aber etwas an unserer Einstellung ändern und nachprüfen, in wie weit wir selbst eher darauf aus sind selbst Geschenke zu horten oder aber bereit sind, uns auch um die Hilfsbedürftigen zu kümmern, die es aus eigener Kraft vielleicht nicht schaffen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Das Schenken muss auch gar kein materieller Akt sein. Oft ist es schon völlig in Ordnung, wenn wir unsere Zeit, unsere Aufmerksamkeit oder unsere Anteilnahme schenken. Ich denke, es kommt auf einen Versuch an. Prüft danach mal, wer nun tatsächlich der Beschenkte ist 😉

Ich wünsche uns allen eine besinnliche Vor- und Weihnachtszeit! 😊