Hast du schon den Film „Soul“ gesehen? Weihnachten hat Disney bzw. Pixar ihn als ihren neusten, großen Animationsfilm veröffentlicht. Es geht um den Jazzmusiker Joe, der den großen Sprung auf die Bühne nie geschafft hat, sondern in einer Schule als Musiklehrer jobbt. Als sich eines Tages für ihn die Chance auftut, am Abend zusammen mit einem großen Vorbild von ihm aufzutreten, tanzt er voller Vorfreude durch die Stadt – und stirbt beim Sturz in die Kanalisation. Seine Seele ist jetzt plötzlich auf dem Weg in ein großes, weißes Licht – das Jenseits. Da will Joe aber nicht hin, weil er ja seinen wichtigen Auftritt noch vor sich hat. Wie unfair, jetzt zu sterben! Er schafft es tatsächlich, dem üblichen Lauf der Dinge zu entkommen, und landet in einer Art „Vorwelt“, in der ungeborene Seelen auf das Leben vorbereitet werden. Nach einigen Abenteuern mit einer dieser Seelen (Spoiler!) lernt er, dass er sein Leben nie wirklich ausgekostet hat, und dass ihn auch sein großer Jazzauftritt nicht dauerhaft glücklich machen kann. Am Ende wird ihm ausnahmsweise erlaubt, in seinen Körper zurückzukehren und weiterzuleben. Er nimmt sich vor, sein Leben von jetzt an voll auszukosten, und die kleinen Dinge und Begegnungen zu genießen.

Der Film ist ziemlich erfolgreich und hat gute Kritiken geerntet. Ich habe das Gefühl, dass er genau in unsere Zeit spricht. Er umschifft jede Aussage über Religion, und lässt die eigentlichen großen Fragen, wo denn die Seelen eigentlich herkommen und am Ende hingehen, unbeantwortet. Ziemlich mutig ist der Film, wenn er gerade nicht sagt, dass es darum geht, sich selbst zu verwirklichen. Der große Traum, Jazzmusiker zu werden – es ist am Ende nicht das, worum es im Leben geht. Laut dem Film geht es vielmehr darum, die kleinen Dinge im Leben zu genießen.

Als Christ kann ich dieser Aussage Gutes und Schlechtes abgewinnen. Es ist gut, dass der Film dazu ermutigt, die kleinen Dinge zu genießen – seien es Sonnenstrahlen im Gesicht, ein Waldspaziergang oder die ersten Schneeflocken. Ich glaube, dass Gott sich darüber freut, wenn ich mich an seiner Schöpfung erfreue. Mit einer positiven, optimistischen Art bin ich außerdem viel eher bereit, gute Dinge zu tun, und kann anderen Menschen besser helfen oder sie inspirieren.

Aber darüber hinaus wird es dann irgendwie doch ganz schön dünn. Wenn „Lebe den Tag“ tatsächlich mein einziges Lebensmotto ist, geht es am Ende ja doch wieder nur um mich. Wenn der Genuss, und sei er noch so friedlich, mein Lebensziel ist – dann ist für unangenehme Dinge kein Platz. Was, wenn ich herausgefordert werde, jemandem zu helfen, und mir das alles abverlangt? Was, wenn ich für ein größeres Gut eine Zeit lang auf Annehmlichkeiten verzichten muss? Eigentlich würde es dann keinen Sinn machen, zu helfen, oder? Darauf bietet der Film keine Antwort.

Jesus aber schon. Wenn ich aufs Kreuz schaue, sehe ich Gott, der als Mensch auf diese Welt gekommen ist. Der gefoltert wurde, verspottet und getötet. Für mich. Das ist die Art von Nächstenliebe, zu der mich das Kreuz auffordert. Wenn es sein muss, so weit, dass ich den eigenen Genuss völlig hintenanstelle. Zu gewinnen gibt es nämlich viel mehr als das Glück im Hier und Jetzt. Versprochen ist uns ein Leben bei Gott, nach unserem Tod. Das übertrifft jedes Glück auf dieser Welt, und ist jedes Leiden in dieser Welt wert.

Mit diesem Glauben muss ich dann auch nicht sein wie Joe, der sich gegen den Tod sträubt. Sogar Disney gesteht sich am Ende ein, dass sie eigentlich kein positives Bild von dem Tod vermitteln können – und lassen Joe einfach weiterleben. Ich denke aber: Joe wird auch in sechzig Jahren nicht bereit sein, zu sterben. Denn der Tod würde heißen, er muss auf all das Schöne und Gute – all das, worum es nach Disneys Meinung eben geht – nun verzichten. Hoffentlich erzählt ihm davor jemand von der guten Nachricht, die ich als Christ kennen darf. Dass der Tod gegen Gott keine Macht mehr hat, und er sich nicht davor zu fürchten braucht, wenn er auf Jesus vertraut.

Sorry Disney, aber die Bibel hat Happy Ends echt schon durchgespielt…

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