Kennst du dieses Gefühl, das alle um dich herum tief im Glauben stehen und mit Gott krasse Wunder erleben, während du selbst irgendwo zwischen Ich-merke-nichts-von-Gott und Das-sind-doch-alles-nur-Geschichten stehst?


Der Freizeitsommer ist (fast) vorbei und wie jedes Jahr ist ein fester Teil dessen natürlich die Möglichkeit, neue Kraft und Ideen im Glauben zu tanken und sich von anderen mal wieder so richtig ermutigen zu lassen. Wieder im Alltag angekommen folgt allerdings häufig das Freizeitloch: Alle sind wieder zuhause, jeder wieder für sich und im Alltag ist es dann doch manchmal schwer, den Enthusiasmus der Freizeit weiter zu leben. Und mehr und mehr macht sich vielleicht auch das Gefühl des Zweifels breit…

Wenn es dir ähnlich geht (egal, ob mit oder ohne Sommerfreizeit), dann soll dich dieser Text etwas ermutigen! Auch wenn es häufig nicht so scheint, ist selbst der beeindruckenste Christ, jeder Pastor, jeder Jugendmitarbeiter, du und ich immer wieder mit den eigenen Zweifeln beschäftigt. Denn Zweifeln ist ganz normal und auch in der Bibel zu finden:

„Als Jesus seinen zwölf Jüngern diese Anweisungen gegeben und seine Rede beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten Galiläas zu lehren und Gottes gute Botschaft zu verkünden. Johannes hörte im Gefängnis vom Wirken Christi. Er schickte einige seiner Jünger zu ihm und ließ ihn fragen: »Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?« Jesus gab ihnen zur Antwort: »Geht zu Johannes und berichtet ihm, was ihr hört und seht: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden auferweckt, und den Armen wird Gottes gute Botschaft verkündet. Und glücklich zu preisen ist, wer nicht an mir Anstoß nimmt.«“
Matthäus 11, 1-6

Aus den vielen spannenden Inhalten dieses Textes möchte ich euch zwei Aspekte zur Ermutigung mitgeben:

  • Johannes zweifelt. Der große Täufer, von dessen Werken in Lukas 3 zu lesen ist. Der Jesus getauft hat und dabei direkt mit erlebt hat, wie Gott zu Jesus sprach. Dieser Mann, der so viel erlebt hat, zweifelt tatsächlich daran, ob Jesus wirklich der richtige ist. Wie viel mehr ist es da wohl logisch, dass wir zweifeln, die Jesus nicht als Person miterlebt haben?
  • Wir können es nachlesen. Ist es nicht irgendwie besonders, dass in der Bibel nicht nur von Heldentaten, grandiosen Stories und Erfolgsgeschichten zu lesen ist? Wir lesen genauso von Verfehlungen, Unvollkommenheit und Zweifeln – und zwar nicht von irgendjemandem, sondern von den zentralen Figuren der damaligen christlichen Welt! Selbst in Gottes Wort, der Bibel, hat Zweifel also seinen berechtigten Platz!

_Herausforderung für die Woche
Schreib‘ deine Zweifel auf! Diskutiere mit anderen darüber! Genauso wie Johannes sich nicht einfach nur so Gedanken darüber macht, sondern Leute losschickt, ist es gut, die eigenen Zweifel mit anderen zu teilen. Denn ein bisschen so, wie wir neben Lob auch Kritik zum persönlichen Wachstum brauchen, braucht unser Glaube neben Ermutigung auch Diskussion über Zweifel, um weiter wachsen zu können!