Über Corona scheiden sich die Geister – in den letzten Tagen mehr denn je. Die Meinungen über diese Pandemie sind so unterschiedlich wie das tatsächlicher Erleben der vergangenen Monate. So auch unter den Schülern unserer Region. Für den einen waren sie „nervenaufreibend“, „sozial bedenklich“, dem gegenüber stand aber auch großer Chancenreichtum: „Entspannung“ „Produktivität“ und Möglichkeit für „Neustarts“.

Anna-Lätizia aus Bernau schreibt dazu ein paar sehr persönliche Worte:

„Würde man sich diese Worte nochmal durchlesen, würde man es nicht glauben wie das gehen soll. Wie kann etwas entspannend, aber auch nervenaufreibend sein? Die Antwort ist: Ich konnte Ruhe finden, ich hatte einen organisierten Tagesablauf und habe mir Zeit genommen für Dinge, die kaum Platz im Alltagsstress gefunden haben. Aber im Gegenzug dazu habe ich auch viel Family-Stress mitbekommen. Neue Probleme kamen auf und wurden nicht besprochen, weil man Angst hatte, etwas Falsches zu sagen. Ich lebe in einer Familie mit vielen Geschwistern und finde oft nicht den Mut, mit meinen Eltern zu reden. Bis heute kämpfe ich noch mit Schuldgefühlen ihnen gegenüber. Ich versuche, alles richtig zu machen, aber wenn ich es nicht schaffe, dann fühle ich mich oft nicht gut genug. Aber durch regelmäßigen Austausch im Gebet mit Gott weiß ich jetzt, dass ich bin geliebt bin.

In der Corona-Zeit ist es mir besonders wichtig geworden, Ruhe zu finden und die Gewissheit zu haben, das es Jesus ist, der meine Kämpfe kämpft. Der Schülerbibelkreis hat mich wieder auftanken lassen und neue Blickwinkel geschaffen. Wir haben uns nicht oft online getroffen, trotzdem konnte ich ein Wachsen bemerken. Durch kleine Geschenke, die ich anderen gemacht habe, oder Livestreams, die ich geteilt habe. Ich konnte mich in den Ferien vorbereiten und mutiger werden. Mein SBK bestand vor den Sommerferien aus drei Personen und mittlerweile sind wir zu sechst, was mir nur noch mehr zeigt, dass Gott einen unendlich guten Plan hat. Er ist stark und kämpft für uns. “

Ein paar Fragen zu seinen Corona-Erfahrungen beantwortete auch Flinn aus Greifswald:

Wie sah ein SBK zu Corona-Zeiten aus?

„Bis zu den Osterferien war nichts… Dann hatten wir ein SBK-Leiter-Zoom-Meeting und ich hatte die Idee: „Wieso treffen wir uns nicht einfach als SBK online, über Zoom, Skype oder was es sonst noch so alles gibt?” Ja und dann haben wir beschlossen uns nach den Ferien jeden Mittwoch um 11:00 per Skype als SBK zu treffen. Wie gewohnt hat jemand einen Input gemacht und fürs Feeling haben manche auch nebenbei noch was gesnackt.

Als die Schule dann langsam  wieder mit Präsenzunterricht angefangen hat und man sich auch schon mit mehr als zwei Personen treffen durfte, haben wir festgelegt uns Mittwochs um 14:30 Uhr im Greifswalder Park zu treffen. Schließlich war da ja auch schon so n bisschen Sommer und dementsprechend gutes Wetter. Und so haben wir’s dann bis zu den Sommerferien weitergeführt.

Mittlerweile treffen wir uns Mittwochs in der Mittagspause bei jemandem zu Hause (ist halt direkt gegenüber von der Schule), da wir uns auf dem Schulgelände wegen Durchmischung der Klassen(stufen) nicht treffen dürfen. Das funktioniert aber auch super!“

Wie hat sich die Schule und der SBK verändert?

„In der Schule hat sich natürlich vor allem das Hygienekonzept sichtbar gemacht, da bspw. der Schulhof mit rot-weißem Flatterband abgesperrt ist. Das ist natürlich schon irgendwie komisch. Aber im Großen und Ganzen hat sich da sonst nicht viel verändert.

In unserem SBK hat sich eigentlich auch nicht viel, außer natürlich der Treffpunkt, verändert. Ich würde mir allerdings wünschen, dass sich die Anzahl der SBKler noch erhöht. Wir sind zwar eine Kerngruppe von 5-6 Leuten, allerdings machen drei davon dieses Schuljahr Abi. Da wär’s natürlich cool, wenn der SBK in ein, zwei Jahren trotzdem noch weiterlebt…“

Was nimmst du mit für die kommende Zeit?

„Ich habe für mich selbst festgestellt, dass es uns einfach verdammt gut geht… Wir haben zwar unsere „First-World-Problems”, aber denen sollten wir meiner Meinung nach bedeutend weniger Beachtung schenken…

Außerdem ist meine Beziehung zu Gott nochmal intensiver geworden, da ich dafür natürlich auch mehr Zeit hatte. Ich nehme außerdem das regelmäßige Beten wieder mit in den mittlerweile wieder halbwegs normalen Alltag mit. Das finde ich nämlich mega cool!“

Ruben ist  SBK Leiter in Güstrow erzählt:

„Bei uns war es so, dass SBK anfangs eher weniger stattfand und dass wir dann begonnen haben mit ZOOM-SBKs. Das war dann sogar relativ oft, also auch nicht jede Woche, aber dann schon irgendwann regelmäßig bis zu den Sommerferien. Zoom-SBK hieß für uns, dass ich einfach nen Link in die Whatsapp gruppe rein geschickt habe und wir  – wir waren dann höchstens  zu viert oder so – dann zum Beispiel ein Quiz bei Kahoot gemacht oder sogar in der Bibel gelesen haben. Und der SBK in der Schule hat sich insofern verändert, dass wir uns in der Schule nicht mehr treffen dürfen. Deshalb treffen wir uns jetzt im Gemeindehaus. Ich habe mit dem Schulleiter gesprochen und er hat gesagt, er kann das nicht machen, dass wir uns da irgendwo treffen. Und jetzt treffen wir uns im Gemeindehaus, das ist nebenan. Und wir führen auch Anwesenheitslisten. Also eigentlich ist alles entspannt. Und ich glaub jetzt auch nicht, dass, wenn der Schulleiter das erfährt, dass es da groß Stress geben würde. Mittlerweile kommen auch wieder ein paar mehr Leute in den SBK, das freut mich sehr.“

Ich finde es wirklich bemerkenswert, wie in einer Pandemie neben so viel Leid, Schrecken und Frust auch einfach ein enormer Segen stecken kann. Einfach toll, wie diese Drei es erleben konnten und Hammer, dass sie ihre Erfahrungen mit uns teilen. Wahnsinn, wie eine solche Zeit uns lehrt, neue Schritte zu gehen, kreativ zu werden und wie wir dabei ungeahnte Möglichkeiten entdecken und sogar Wachstum erleben können.

Ihr rockt und seid ein riesiger Segen für euer Umfeld und eure Schule!!