Kennst du das auch?

Du sprühst vor Motivation und hast 100 Ideen im Kopf, was du im SBK oder mit deinem SBK an der Schule rocken könntest. Aber irgendwie gibt es niemanden, der richtig mitzieht. Die Leute kommen unregelmäßig zu den Treffen, sie kommen überhaupt nicht, sind unzuverlässig oder sie sind dir bei allem irgendwie zu passiv?

Glaub mir, dieses Gefühl kenne ich aus meiner Vergangenheit als SBK-Leiterin nur zu gut. Es ist nicht nur frustrierend, so etwas auszuhalten – viel schwieriger ist es, aus dieser Spirale rauszukommen.

Hier kommen meine TOP TIPS, wie du damit umgehen kannst:

#1 Werde dir bewusst darüber, wofür du das Ganze überhaupt machst.

Eigentlich liegt es auf der Hand, aber nicht immer ist man sich in Situationen, wo man z. B. darauf fokussiert ist, möglichst viele Leute für eine Sache zu begeistern, bewusst, dass es hier gar nicht darum geht, dass möglichst VIELE Leute teilnehmen. Überhaupt, in den seltensten Fällen ging es bei Jesus  um eine zu erreichende Zahl an Teilnehmern. (Mtth.)

Stell dir doch einmal ganz in Ruhe diese Frage: Warum mache ich das? Worin liegt „Erfolg“ für mich?

Ich bin mir sicher, dass du eine Antwort findest. Und je nachdem, wie diese ausfällt, ist es vielleicht auch an der Zeit, dein Grundkonzept zu überarbeiten.

#2 Was ist DEINE Motivation hinter der konkreten Sache, für die du einlädst?

Vielleicht machst du gerade Werbung für eine Wochenendfreizeit, oder ihr wollt gemeinsam etwas für den bevorstehenden Schülergottesdienst vorbereiten. Oder du fragst einfach Leute an, ob sie bei der nächsten Waffel-Aktion des SBKs dabei sein wollen.

Überlege dir, was konkret die Sache ist, die dich an deinem Vorhaben begeistert. Ich war früher mega überzeugt davon, dass die Schülertage unserer Region voll der Hit waren. Das lag aber vor allem daran, dass ich da schon jahrelang hingefahren bin, dort die coolsten Leute wiedergetroffen habe und das Erlebnis „Schülertag“ für mich in eine lange Kette an vergangenen Erinnerungen eingebunden war. Ich konnte nicht verstehen, dass es anderen Leuten überhaupt nicht so ging – und auch nach einem besuchten Schülertag vermutlich nicht so gehen wird wie mir. Es ist ein super relevanter Schritt, sich dessen bewusst zu werden. Also, hinterfrage dich, was DEINE Motivation hinter deinem Projekt ist und überlege, bei welchem Aspekt die Leute in deinem Umfeld tatsächlich andocken können. Die Motivation kann tatsächlich total unterschiedlich sein, du musst deine Mitschüler also vor allem dazu herausfordern, ihre eigene zu finden.

#3 Interessiere dich für ihre Gründe.

Unmotivierte Schüler haben Ausreden. gute Ausreden mitunter. Es gehört ein bisschen Feingefühl dazu, zu erkennen, ob hier tatsächlich ein wichtiger Grund vorliegt, oder ob hier aus Bequemlichkeit irgendetwas vorgeschoben wird. Wichtig ist, und bleibt: Merke dir die Dinge, die die Person hindern und abhalten – und versuche sie beim nächsten Mal zu beachten und vielleicht von vorn herein auszuschließen.

Hier die Top 10 der meistgehörten Ausreden von
SBK Leitern im Nordosten
– und wie DU darauf reagieren kannst.

  • Ich schreibe am nächsten Tag/in der nächsten Stunde eine Klassenarbeit.

Der Klassiker. 😀

Meine Meinung (sowohl damals als auch jetzt im Nachhinein) ist ja, was die Leute bis zur Pause oder auch bis zum Abend vorher nicht gelernt haben, dass prügeln sie sich auch so kurz vorher nicht mehr rein. Und Klassenarbeiten werden in ihrer Wichtigkeit doch prinzipiell etwas überschätzt.^^

Trotzdem bleibt die Unsicherheit vor den Klausuren und das dringende Gefühl, man müsste doch noch mal in seinen Hefter schauen und alles nochmal durchlesen.

Macht doch ein Ding aus dieser Unsicherheit. Ladet Schüler, die mit diesem Satz daher kommen, doch ganz bewusst zum SBK ein. Und dann nehmt ihr euch am Anfang eurer Pause 3 Minuten Zeit, und segnet diese Leute, damit sie danach ganz entspannt in ihre Klassen gehen können, um sich die Hefter nochmal anzuschauen. Gott kann einem vor Arbeiten tatsächlich eine ganz schöne Portion Ruhe schenken, die mehr wert ist, als 3 Minuten panisches Hefter durchblättern und sich selbst verrückt machen.

Vielleicht denkt ihr euch ja gemeinsam ein 10 Sekunden Gebet aus, welches ihr vor Klassenarbeiten beten könnt und ihr macht direkt ein Ritual daraus.

Außerdem immer cool: Nutzt euch gegenseitig als Ressource. Im SBK gesellt sich das Mathe-Brain auf ganz natürliche Weise zum Naturwissenschafts-Versager, der dafür mega den Plan von Französisch hat. Verabredet euch, gebt euch gegenseitig Nachhilfe, tauscht Übungsaufgaben aus und teilt coole Videolinks miteinander. Wenn ihr die Kapazität dafür habt, dann macht das Ganze doch mit System und verabredet euch an bestimmten Wochentagen für spezielle Schulfächer und lernt gemeinsam. Die Corona-Phase hat uns ja spätestens jetzt gezeigt, dass man sich über das Internet super schnell miteinander connecten kann.

  • Die Pausen sind so kurz, die brauch ich zum Erholen.

Diese Ausrede habe ich extrem oft gehört. Und mich hat sie sauer gemacht. Weil man doch nun WIRKLICH nichts besseres haben kann, als mit Jesus gemeinsam in der Pause zu chillen und mit ihm seine Probleme zu teilen, oder?

Aber nichts desto trotz: überlege einmal: Was macht ihr im SBK? Vielleicht ist euer Programm tatsächlich ziemlich voll gestopft. Überlege dir, was ihr streichen könntet, damit die Pause für alle trotzdem ein gesundes Maß an Entspannung mit sich bringt. Frage die Leute, die nicht kommen ganz konkret, was sie für eine SBK Pause wichtig finden, was ihnen Spaß machen würde und wo sie auf jeden Fall dabei wären.

Natürlich kannst du nicht allen gerecht werden. Und das ist okay. Aber vielleicht sind die Leute, die sich vormittags in den Pausen mehr ausruhen, dann tatsächlich viel kraftvoller bei euren geplanten Nachmittagsaktionen dabei 🙂

  • Ich hab da schon was vor (aka ich hab keinen Bock, will es dir aber nicht ins Gesicht sagen)

Ich habe diesen Satz tatsächlich manchmal gehört, bevor ich überhaupt ein Datum gesagt hatte.^^ Das ist natürlich doppelt bitter und ehrlich gesagt, hat man in diesem Moment wahrscheinlich einfach verloren.

Wenn deine Mitschüler tatsächlich alle schon verplant sind, dann hast du vielleicht zu spät eingeladen. Da hilft nur, das nächste Mal einfach der ERSTE zu sein 😉

Ansonsten steht es manchmal auch einfach nicht in deiner Macht, die Leute zu irgendetwas hin zu schleppen. Spätestens hier kannst du dich hinsetzen und beten. Wenn Gott möchte, dass diese Person am Start ist, dann wird er das schon schaffen. In diesem Fall liegt die Verantwortung auch einfach nicht mehr bei dir!

  • Ihr wollt ne komische Aktion an der Schule starten? Ist mir viel zu peinlich.

Mir würden direkt mal ein paar Bibelstellen einfallen, die man so einem Satz entgegensetzen kann. David hat in Leinentüchern vor dem Volk getanzt vor Freude, der kleine Zachäus ist auf nen Baum gekraxelt, 4 Freunde lassen ihren Kumpel durch ein Dachfenster zu Jesus rein. Du kannst dir sicher vorstellen, wie komisch die umstehenden Leute geguckt haben!

Aber mal im ernst, es ist völlig OKAY, wenn nicht alle so der Typ ich-spring-als-Weihnachtsmann-verkleidet-in-meiner-Schule-rum sind. Mehr als das. Überlege, wie du diese Personen in einen anderen Bereich der Aktion einbinden kannst. Vielleicht muss jemand irgendwas einkaufen gehen, Zettel am Computer gestalten, ausdrucken und ausschneiden. Oder irgendjemand muss eure irrwitzige Aktion einfach auch mit der Kamera festhalten 😀 Zeig den Leuten, dass sie trotzdem Teil der Aktion sein können und versuche, die einzelnen Aufgaben den Charakteren anzupassen.

  • Ich sag dir nochmal Bescheid (aka „nerv mich nicht nochmal damit!“)

Meine Mitschüler waren richtig gut darin, mich auf später zu vertrösten. Wenn sie es ernst meinen und z. B. daheim nachfragen wollen, ist das auch völlig okay. Vergiss aber nicht, dich zu erkundigen, wann und über welchen Weg du nochmal nachfragen darfst, sollst. Oder nenne der Person ein Datum, bis zu welchem sie sich bei dir melden soll. Erziehe deine Mitschüler zu klarer Kommunikation und zum Einhalten von Deadlines!

Manchmal weiß die Person aber tatsächlich in diesem Moment schon, dass sie nicht kommen wird. Frage die Person ehrlich und ohne dabei vorwurfsvoll und verletzt zu klingen, was ihre Gründe sind. Du kannst von den Leuten ruhig verlangen, dir zu sagen, warum sie keinen Bock auf etwas haben 😉

  • Wer ist da noch so dabei? (aka die Leute die da dabei sind, sind mir einfach zu uncool.)

Ich würde entgegnen „Das musst du schon selbst herausfinden“ 😉 Außerdem hat die Person ja selbst auch in der Hand, wer kommt. Sie kann ja auch wieder Werbung machen und die ihrer Meinung nach „coolen“ Leute mit dazu holen.

Bis zum Schluss haben wir es an unserer Schule nicht geschafft, eine ganz bestimmte Sparte an Christen in unseren SBK zu „holen“. Und ich weiß bis heute nicht, woran das liegt. Die Interessen und die Zugänge zu Gott und dem Glauben sind aber auch einfach unterschiedlich und es ist okay, das zu akzeptieren. Konzentriere dich dann vielmehr auf die Leute, denen du durch die Arbeit eine Gruppe gibst, mit der sie sich identifizieren.

  • Was, das ist an nem [beliebigen Wochentag einfügen]? Da hab ich immer [beliebiges (Vereins)Hobby einfügen].

Mitunter sind Schüler schon sehr ausgelastet, was ihre Freizeitaktivitäten angeht. Fakt ist: du wirst den jahrelangen, regelmäßigen Fußballspieler nicht überzeugen, sein Training für einen Bastelnachmittag mit dem SBK sausen zu lassen. Zumindest ist das meine Erfahrung. Wenn es für euch sinnvoll ist, dann versucht euch doch beim nächsten Treffen darauf einzustellen und beginnt bei der Terminsuche genau mit den Leuten, die beim letzten Mal nicht dabei sein konnten. Vorausgesetzt natürlich, diese Leute würden WIRKLICH gern dabei sein wollen!

Vielleicht erstellt ihr auch für euren gesamten SBK eine Übersicht, wer an welchen Wochentagen (für Nachmittags-/Abendaktionen) prinzipiell NICHT kann. Dann habt ihr beim Einladen definitiv weniger zu tun =)

  • Ich brauch keinen SBK unter der Woche, ich hab schon einen Jugendkreis und den Gottesdienst, das reicht mir.

Grundsätzlich gilt, dass NIEMAND zu einem besseren oder überhaupt erst einmal vollständigen Christen wird, dadurch, dass er in den SBK kommt. Auch wenn ich nicht nachvollziehen kann und konnte, wie Christen ihren Jesus, den sie Sonntag im Gottesdienst anbeten, Montags so ohne weiteres zuhause lassen konnten. Ich habe aber im Nachhinein gemerkt, dass ich dazu geneigt war, sie viel zu schnell abzuurteilen. Habe ihnen unterschwellig Heuchelei vorgeworfen. Das ist auf Dauer extrem ungesund und erschwert irgendwann auch deine persönliche Beziehung zu den Menschen!

Und ja, Gemeinde ist manchmal ein Problem. Sie spannt uns ein und raubt uns Zeit und Nerven. Ich habe immer wieder erlebt, dass SBKler in andere Aktivitäten schon so umfangreich eingespannt waren, dass sie einfach keine Kapazitäten für weitere Aktionen hatten. Die einzelnen christlichen Initiativen sollten sich nicht gegenseitig ausstechen. Natürlich ist dir persönlich im Moment deine SBK-Arbeit wichtiger, das heißt aber nicht, dass die Leute an anderer Stelle nicht genauso herzensmotiviert am Reich Gottes arbeiten!

Trotz allem darfst du deine Mitschüler ermutigen, dass die Schulzeit eine wahnsinnige Chance ist, anderen Menschen von der frohen Botschaft des Evangeliums zu erzählen. So eine außergewöhnliche Situation kommt NIE wieder. So viel Zeit wirst du in deinem Leben nicht mehr mit so vielen Menschen auf einem Haufen verbringen. So genau wirst DU als Christ vermutlich lange nicht mehr unter die Lupe genommen werden. Jesus ruft uns dazu auf, sich in seine Nachfolge zu begeben. Das heißt 100 Prozent. Und er stellt uns an unsere Schule und an unsere Klasse, um uns damit eine Plattform zu bieten, auf der wir SEINE Liebe weitergeben können. Egal, ob deine Mitschüler sich danach für eine gewisse Aktion begeistern lassen oder nicht – diese Message kannst du ihnen einfach mit auf den Weg geben 🙂

  • Ich kann mir das nicht leisten

In den meisten Fällen ist diese Ausrede auf Geld bezogen. Ich komme aus einer gesegneten Familie, ich hatte tatsächlich als Schüler einfach nie mit Geldsorgen zu kämpfen. Oft sind die Beträge, die zu zahlen sind aber so erschwinglich, dass ihr locker im SBK zusammenlegen könnt und auch einen Schüler mitfinanziert, der das Geld einfach nicht hat. Oder ihr fragt eure großzügigen Eltern an. Oder ihr macht einen spontanen Kuchen-Verkaufsstand mit dem ihr eure Fahrtkosten finanziert. Mal im Ernst, Kuchenbasare laufen doch immer, oder? 😀

  • Ich kann das nicht/Ich trau mich nicht/Ich weiß nicht wie man das macht

Menschen aus ihren Komfortzonen zu locken stößt meistens auf Widerstände dieser Art. Das ist völlig normal. Was ich am SBK immer so gefeiert habe war, dass dieser genau für solche Dinge eine tolle Plattform bieten kann. Das erste Mal ein Lied auf der Gitarre begleiten, die erste Andacht halten, das erste Mal eine Schul-durchsage machen? Sich selbst ausprobieren ist fast nirgendwo so dankbar, wie im SBK. Es sitzen ja eh alle in einem Boot und die anderen sind meist einfach nur froh, dass sie sich drücken konnten 😀

Wichtig ist es, die Ängste und Befürchtungen ernst zu nehmen. Komm den Leuten so viele Schritte wie möglich entgegen. Die erste Andacht kann vorgelesen sein, oder in Partnerarbeit vorgetragen werden. Wir haben den SBK auch zeitweise geteilt in kleinere und größere Schüler. Das war toll, weil die 6.Klässler dann nicht vor den 12ern ihre erste Andacht halten mussten.

Schafft im SBK eine fehlertolerante Atmosphäre und ermutigt euch gegenseitig, dass jeder persönlich über seinen eigenen Schatten springen darf.

#4 Kommunikation ist alles!

Reden, reden, reden. Nichts ist wichtiger als Ehrlichkeit und Authentizität. Du darfst auch sagen, wenn du sauer und verletzt bist und dich verarscht fühlst von uneindeutigen, vertröstenden Aussagen deiner Mitschüler. Friss diese Frustration auf keinen Fall in dich hinein.

Redet im SBK offen darüber, auf welchen Plattformen ihr miteinander in Kontakt sein wollt.

Hol dir von deinen Mitschülern ein Feedback dazu ein, wie oft du bei ihnen nachfragen sollst und darfst.

#5 Schafft euch GEMEINSAM motivierende Ziele

Wir haben uns einmal im Jahr Zeit genommen, das neue Schuljahr vorzudenken. Da sprudelten von allen Seiten Ideen, was wir in der kommenden Zeit gemeinsam machen könnten. In diesem Denkprozess entstehen oft coole Dynamiken. Einer haut ein Stichwort in den Raum und von 3 Seiten kommen Assoziationen, die das Ding nochmal um Welten cooler machen. Die Leute, die bei der Entstehung der Grundidee dabei waren, werden dann auch viel begeisterter dabei sein, wenn es um die konkrete Planung und Durchführung geht. Visionstreffen mit der Leitung und allen die Bock haben sind genauso cool wie Zettel-Umfragen im SBK. So passiert mit unserem SBK-Wochenende, was seit Jahren traditionsreich fortgeführt wird.