In den nächsten Wochen wollen wir uns hier mit der „Frucht des Geistes“ beschäftigen. Klingt ziemlich crazy, oder? Aber eigentlich ist es nicht so schwer zu verstehen, was eine Frucht des Geistes ist: Eine Frucht ist immer das Ergebnis eines Wachstumsprozesses. Zum Beispiel ein Apfel: Am Anfang sind einfach nur kleine Apfelblüten am Baum. Später hängt er dann voller Äpfel. Und auch wenn die Blüten ganz nice aussehen, ist ein Apfel in vielen Hinsichten „besser“ – er enthält die Samen für neue Apfelbäume, er ist gesund und schmeckt auch noch einfach gut. Von der Blüte bis zur fertigen Frucht muss der Apfel reifen. Mit der Frucht des Geistes ist es eigentlich ziemlich ähnlich: Bis sie bei uns wirklich zum Vorschein kommt braucht es einen Reifeprozess. Der besteht hauptsächlich darin, dass wir in dem Bewusstsein leben, dass Jesus das Wichtigste für uns ist. Und durch Gebet, Bibellesen, Gottesdienste und das Wirken Gottes wächst dann die Frucht des Geistes – des Heiligen Geistes – in uns heran. In Galater 5, 22-23 lesen wir dazu:

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. (Schlachter 2000)

Für heute wollen wir mal einen genaueren Blick auf die Liebe werfen. Was hat es eigentlich mit der Art von Liebe auf sich, die in der Bibel beschrieben ist? Denn wenn es nur die Art von Liebe wäre, die jeder zu seinen besten Freunden empfindet, dann wäre das irgendwie nichts, worauf Christen sich etwas einbilden könnten. Schließlich lieben nicht nur wir Menschen, die uns nahestehen. Hier kommt die Nächsten – ja sogar die Feindesliebe ins Spiel; Jesus fordert mehrfach dazu auf. Was ist das Besondere an dieser Art von Liebe?

Dafür ist es wichtig, zu verstehen, wie Gott eigentlich über die Liebe denkt und wie wir Menschen damit umgehen. Die Bibel ist da eindeutig (scheu gerne mal in 1. Joh. 4, 16): Im Wesen Gottes ist die Liebe bereits verankert. Gott selbst liebt uns Menschen so sehr, dass er sich in Jesus für uns foltern und töten lässt – alles aus Liebe. Und nicht nur das: Gott liebt nicht nur uns Menschen. Auch schon vor der Erschaffung der Welt und innerhalb der Dreieinigkeit ist Liebe ein wichtiges Element. Jesus liebt den Vater und der Vater liebt Jesus. Und beide lieben den Heiligen Geist und umgekehrt. Liebe ist Gott extrem wichtig – sie ist sowas wie eine Grundordnung, nach der alle Beziehungen auf dieser Welt funktionieren sollten. Und wie sieht es bei uns Menschen aus? Naja, vollkommen lieblos sind wir schonmal nicht: Wir lieben Freunde, wir lieben Urlaub, oftmals lieben wir Geld, Ansehen und Macht und einige Leute lieben Jesus. Doch es ist noch mehr drin als das.

Nächstenliebe ist etwas, das Gott uns schenkt. Nächstenliebe hat etwas Großzügiges an sich – wir selbst treten zurück hinter unseren „Nächsten“. Das kann sich sehr verschieden zeigen: Im Mitleid, in gemeinsamer Freude, in Hilfsbereitschaft… Aufpassen sollte man aber, dass man nicht zu gesetzlich wird und sich zur Liebe zwingen möchte. Liebe kann man nie erzwingen. Liebe ist etwas unglaublich Erfrischendes und Lebendiges, sie schafft Freiheit; das steht im Gegensatz zu einem Zwang. Aber Gott, der selbst die Liebe ist, schenkt sie uns voller Großzügigkeit.

Ich bin mir sicher, dass der Heilige Geist im Leben von jedem von uns eine gewisse Rolle spielt. Er wirkt an und in uns – manchmal merken wir es, manchmal nicht. So war es auch bei mir: Ich bin mir sicher, dass der Heilige Geist mich schon jahrelang darauf vorbereitet hat, dass die Liebe zu anderen Menschen einen neuen Stellenwert in meinem Leben einnimmt. Doch bemerkt habe ich das die ganze Zeit über eigentlich nicht. Und verändert hat sich in meinem Leben eigentlich auch nicht viel. Und dann kam auf einmal der Tag, an dem ich gemerkt habe, dass ich wirklich mehr Liebe zu anderen Menschen empfinden möchte und ich habe dafür gebetet. Seitdem hat sich sehr vieles in meinem Leben verändert. Ich habe angefangen Mitgefühl mit anderen zu empfinden und Fehler nicht zuerst beim anderen zu suchen. Die Liebe ist wie eine Frucht langsam gereift. Das bewirkt der Heilige Geist – bei jedem von uns. Es ist aber ein krasser und auch ein schwieriger Weg, dieser Reifeprozess. Aber es wird sich vieles ändern, wenn du den Heiligen Geist an deinem Herz arbeiten lässt. Lade ihn ein und lass diese Frucht in dir aufgehen.

Challenges für den SBK:

_Lest gemeinsam mal ein paar Bibelstellen zur Liebe. Was macht Liebe aus? Was ist Gottes Blick auf die Liebe? (Bsp.: 1. Kor. 13; Gal. 5, 13-15; Joh. 15, 12-17)

_Wie kann Liebe konkret aussehen? Überlegt euch, wo ihr Liebe leben könnt.

_Wie sieht es mit der Liebe zu Gott aus? Denkt darüber nach und betet dafür.

_Liebe kommt nicht von selbst. Betet um den Heiligen Geist und darum, dass er euch Liebe schenkt. Betet füreinander.