Galater 5, 22: Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit.

Das ist der Bibeltext, der uns hier in den Andachten die letzten Wochen beschäftigt hat. Als letzte Frucht, die ein Leben mit dem Heiligen Geist hervorbringt wird hier die Keuschheit genannt. Vielleicht geht es euch ähnlich wie mir und Keuschheit ist für euch ein Begriff, der eher negativ rüberkommt. Das könnte daran liegen, dass alle anderen Früchte des Geistes Dinge beschreiben, die man anfängt zu tun: Freundlicher sein, mehr Liebe zeigen, … – Keuschheit ist die einzige der aufgezählten Eigenschaften, die auf den ersten Blick etwas mit Verzicht zu tun hat.

Wenn man bei Wikipedia Keuschheit eingibt, dann steht in der Kurzbeschreibung folgendes:

Keuschheit, lateinisch castitas ist ein ethisches Konzept der Mäßigung im Umgang mit Sexualität, zumeist aus religiösen Gründen.

Dass an dieser Definition etwas Wahres dran ist, merkt man auch, wenn man in andere Bibelübersetzungen schaut, wo man „Selbstbeherrschung“ oder „Enthaltsamkeit“ als Synonyme finden kann. Das heißt, dass das biblische Bild von Keuschheit sich nicht auf unsere Sexualität beschränkt. Sie ist aber ein wichtiger Teil davon.

Wenn wir von Selbstbeherrschung reden, dann ist immer die Motivation wichtig: Wenn ich etwas nur tue, weil ich es tun muss, dann werde ich es früher oder später entweder nicht mehr gerne tun oder es vielleicht sogar ganz lassen. Man sollte also hinterfragen, warum es überhaupt wichtig ist, selbstbeherrscht zu leben! Es gibt nämlich gute Gründe, das zu tun. Ich nenne dir hier mal zwei:

  • Gott möchte nie etwas von dir, das dir schadet. Wenn du dich entscheidest so zu leben, wie es IHM gefällt, dann tut das auch dir gut, denn er hat dich geschaffen und kennt deine Bedürfnisse.
  • Als Christen glauben wir, dass Jesus für uns gestorben und wieder auferstanden ist. Dadurch können wir ewig mit Gott leben und sind gerettet vom Tod. Sollten wir dann nicht versuchen so zu leben, dass unser ganzes Leben (also auch unsere Sexualität) Gott ehrt und ihm dient?

Selbstbeherrscht, beziehungsweise in dieser „Keuschheit“ zu leben ist definitiv ein Challenge! Es heißt nämlich, dass mir der Wille Gottes wichtiger ist als das, was ich will. Keuschheit heißt, den eigenen Willen und die eigenen Triebe zu beherrschen – Selbst-Beherrschung eben. Dazu gibt es eine sehr interessante Bibelstelle in 1. Korinther 9, dort steht:

Ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde.

Das klingt erstmal ziemlich krass! Aber es zeigt, dass es möglich ist, selbst die Kontrolle zu haben und sie nicht schlechten Angewohnheiten zu überlassen. Diese Angewohnheiten werden in der Bibel oft als „Unzucht“ oder auch „sexuelle Unmoral“ bezeichnet. Da gehört mehr dazu, als du jetzt vielleicht denkst; Jesus sagt in Matthäus 5 folgendes dazu:

„Ihr wisst, dass es heißt: ›Du sollst nicht die Ehe brechen!‹ Doch ich sage euch: Schon wer eine Frau mit begehrlichen Blicken ansieht, der hat im Herzen mit ihr die Ehe gebrochen“

Ich will dir keine Angst machen, wenn ich hier solche Verse anführe! Den Superchristen, der nie etwas falsch macht, den gibt es übrigens überhaupt nicht – also keine Sorge. Aber ich will dich ermutigen: Denk mal über dein Leben nach. Gibt es da etwas, das dem Willen Gottes für dich widerspricht? Heutzutage haben zum Beispiel ganz viele Leute Probleme mit Pornosucht. Schau dir da doch mal dein Leben an und lege die Dinge vor Gott. Bitte ihn um Veränderung und neue Kraft. Denn ein selbstbeherrschtes Leben ist eine Frucht des Geistes, nicht eine Frucht unseres Egos. Aus eigener Kraft werden wir alle nicht weit kommen.

Wenn du dir nicht sicher bist, was das jetzt für dich heißt, dann benutze die Bibel als Maßstab, nicht das was Andere sagen. Und wenn du ein Problem hast, dann tut es oft gut darüber zu reden. Am besten aber nicht deinen Eltern oder jemandem, der dir zu nahe steht. Vielleicht dein Pastor oder jemand aus deiner Gemeinde, dem du vertraust. Bete um den Heiligen Geist und Weisheit, bevor du da etwas entscheidest. Ich wünsche dir dabei viel Segen!

Fragen, über die du noch nachdenken kannst:

_Warum haben wir Menschen überhaupt ein Problem mit dieser „Unzucht“ oder „Sexuellen Unmoral“? (Lies dafür mal Römer 1)

_Warum ist es Gott nicht egal, was ich mit meinem Leben anfange?

_Was könnte ich konkret tun, um schlechte Gewohnheiten zu durchbrechen?