Irgendwie bin ich hier gerade drüber gestolpert. Glaube als Frucht des Geistes? Moment. Ich dachte immer, der Glaube wär etwas, was ICH habe – oder halt nicht?! Ganz ähnlich wie Überzeugungen oder Ideen. Ich glaube, weil ich nachdenke, beobachte und reflektiere und gewisse Dinge einer höheren Dimension zuschreibe. Glauben kann man lernen. Glauben kann man üben. Ganz ganz so wie in Hebräer 11, 1 geschrieben steht:

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Jetzt ist Glaube hier als Frucht des Geistes aufgeführt. Also irgendwie was, was man BEKOMMT, wenn man mit dem heiligen Geist lebt. Irgendwie ist das aber schwierig, weil ich doch erstmal an den heiligen Geist GLAUBEN muss, bevor ich von ihm was bekommen kann oder?

Was folgt denn aus diesem Gedankengang: Glaube ist etwas, was man nicht von sich aus „erstellen“ oder „haben“ kann, sondern was man bekommen muss. In der Konsequenz würde das bedeuten, dass man selbst nichts tun MUSS – aber eben auch nichts tun KANN.

Das ist im Vergleich zu der ersten Auffassung natürlich ein bisschen gechillter. Das befreit micht von einem ziemlichen Druck. Dann ist das mit dem Glauben kein Wettbewerb mehr. Jeglicher Vergleich mit anderen Menschen, die sich Christen nennen wird sinnlos. Es geht dann nur noch um Gott und mich.

Auf der anderen Seite aber gibt es Menschen, die gern glauben WOLLEN, aber es nicht KÖNNEN. Da sind zu viele Fragen, zu viele logische Überlegungen und zu viele unbeantwortete Unsicherheiten. Vielleicht auch Schmerz und Enttäuschung. Wenn der heilige Geist Glauben schenken und wachsen lassen kann – warum tut er es dann nicht? Müssen diese Menschen dann doch wieder anfangen, den „Fehler“ bei sich zu suchen? Müssen sie doch wieder anfangen, Glauben zu lernen und zu üben?

Leider kann ich euch diese Frage nicht beantworten. Ich bin da, gemeinsam wie viele andere, auf der Suche nach einer Antwort. Ich denke, man muss bei der Antwortsuche auf solche Fragen extrem offen und sensibel sein – für sich und auch für andere. Dabei hat mir die Lektüre von „Freischwimmer“ (Torsten Hebel) geholfen. Meine Leseempfehlung also 😉 Und vermutlich findet sich die Wahrheit am Ende bei Jesus. Und vermutlich heißt es bei ihm, wie so oft, nicht „entweder oder“ sondern „sowohl als auch“.

Schreib uns doch deine Gedanken dazu in die Kommentare :))