Irgendwie ist die Frage: „Auf was verzichtest du?“ gerade sehr beliebt. Dieses Jahr habe ich mich entschieden auf Zucker zu verzichten. Nach 9 Tage merke ich deutlich, wie schwer es mir fällt, keine Schoki oder Gummibären zu essen. Wenn ich ehrlich mit mir bin, kommt in mir die Frage auf – macht es wirklich Sinn, keinen Zucker zu Essen, nur weil Fastenzeit ist? Was bedeutet Fasten eigentlich wirklich? 

Um Antworten auf meine Fragen zu bekommen, möchte ich einen Blick in die Bibel werfen. Einige Menschen haben dort gefastet. Menschen wie die Prophetin Hanna fasteten und dienten Gott im Tempel, um auf Jesus hinzuweisen (Lukas 2,42).

Auch die ersten Christen beteten und fasteten, um Gott zu dienen und um sich auf Entscheidungen vorzubereiten (Apostelgeschichte 13,2-3 und 14,23).

Nicht nur Menschen im Neuen Testament fasteten. Fasten ist bereits ein wichtiger Bestandteil in den Geschichten im Alten Testament. 

Zum Beispiel fastete das ganze Volk Israel zum Zeichen der Trauer um König Sauls Tod (1. Samuel 31,13; 2. Samuel 1,11-12). Eine weitere Stelle im AT: Jona ruft die Stadt Ninive zur Buße und Rückkehr zu Gott auf. Ninive fastet und Gott verschont sie (Jona 3). Oder die Gesichte Esthers. Esthers Onkel Mordechai, der Regierungsbeamte am persischen Hof, fastet, als der Persische König einen Befehl zur Ermordung der Juden in seinem Reich erlässt (Esther 4) –  und mit ihm auch seine Nichte. Juden begehen das Esther-Fasten noch heute vor dem Feiertag Purim und gedenken somit, dass Gott Esther und ihr Volk verschont hat.  An diesen Beispielen zeigt sich, wie fest Fasten in der jüdischen Kultur verankert ist. Fasten im Alten Testament dient also dazu Buße tun, seine Trauer auszudrücken und an bestimmte Ereignisse zu gedenken

Aber warum fasten wir konkret vor Ostern? Dazu habe ich eine Bibelstelle im NT gefunden. 

Bevor Jesus mit seinem Wirken anfing, ging er für 40 Tage und Nächte in die Wüste und fastete (Matthäus 4,2) Fasten als eine Zeit der Vorbereitung auf das, was da kommen würde. Seinen Tod und die Auferstehung. Unsere Schuld wird getilgt. Wir werden durch sein Opfer erlöst.

Fasten ist eine Zeit der Vorbereitung, Umkehr und Besinnung – auf das, was wirklich wichtig ist. Diese 40 Tage (Wochenenden nicht mitgezählt) sollen uns also auf die Zeit der Auferstehung und das Opfer Jesu vorbereiten. 

Der Verzicht auf Zucker ist eine gute Gedankenstütze, um mich daran zu erinnern, was Jesus für mich getan hat –  für uns alle getan hat!

Eine gute Vorbereitung auf das Osterfest. Und mal ganz ehrlich – nach 40 Tagen wird der Schokiosterhase auch besser schmecken 😉

Fragen zum reflektieren und weiterdenken: 

  • Fastest du bzw. was fastest du? – Handy, Netflix, Social Media, Süßigkeiten?
  • Fällt es dir schwer, auf diese Sachen zu verzichten?
  • Was trennt dich davon, ganz bei Gott zu sein? – Was möchtest du vor ihn bringen?
  • Wie möchtest du konkret die Zeit als Vorbereitung für Ostern nutzen?