Unübersehbar hinterlassen die kälteren Temperaturen und die allgemeine Vorbereitung der Natur auf den bevorstehenden Winter ihre Spuren. Die Wälder werden rot, gelb und braun, auf den Waldwegen liegen Blätterhaufen, die Bäume werden langsam kahler und leerer. Der Herbst hat Einzug gehalten.

Diese Jahreszeit steht in besonderer Weise unter den Zeichen der Veränderung. Denn es bleibt nicht bei dem schönen Farbwechsel! Alles, was im Sommer so herrlich geblüht hat, ist vorbei und die grünen Blätter kommen nicht wieder. Die Bäume nehmen Abschied von ihrem Blätterkleid, bevor steht der Winter. Dieser Prozess, der alle Jahre wieder stattfindet, ist für die Pflanzen überlebenswichtig. Ohne den Verlust der Blätter im Herbst würde im Frühling kein neues Wachstum möglich sein.

Im Brief an die Epheser beschreibt Paulus unsere Situation ganz ähnlich:

Dann wurdet ihr aber auch gelehrt, nicht mehr so weiterzuleben, wie ihr bis dahin gelebt habt, sondern den alten Menschen abzulegen, der seinen trügerischen Begierden nachgibt und sich damit selbst ins Verderben stürzt. Und ihr wurdet gelehrt, euch in eurem Geist und in eurem Denken erneuern zu lassen und den neuen Menschen anzuziehen, der nach Gottes Bild erschaffen ist und dessen Kennzeichen Gerechtigkeit und Heiligkeit sind, die sich auf die Wahrheit gründen.

Epheser 4, 22ff

Auch wir Menschen sind dazu angehalten „etwas loszuwerden“ – unseren alten Menschen mit seinen negativen Verhaltensweisen. Ohne das Loswerden unserer alten Muster und Denkweisen ist nämlich keine Erneuerung nach dem BILD GOTTES möglich. Erst muss der alte Mensch völlig abgelegt werden (an einer anderen Stelle schreibt Paulus sogar vom Sterben!) – dann kann das neue Einkleiden erfolgen.

Ich denke, jeder von uns hat Dinge, die sich in sein Leben eingeschlichen haben, die nicht gut sind. Vielleicht ist der Herbst eine gute Jahreszeit, um ganze Sache zu machen und diese wirklich fallen zu lassen – mit aller Konsequenz.

Nimm dir am Besten direkt nach dem Lesen dieses Beitrags ein paar Minuten Zeit und überlege, welche Muster deines „alten Menschseins“ du mit dir herumträgst.

  1. Bitte Gott, dass er dir zeigt, wo er sich für dich Veränderung wünscht, und wo er dich erneuern möchte. (#scaryprayers) Vielleicht geht es dabei um deine Zeiteinteilung, vielleicht um eine Eigenschaft wie Ungeduld oder Stolz, vielleicht aber auch dein Smartphone, welches dich zu sehr in Besitz nimmt. Oder andere Gegenstände, die du dir angehäuft hast.
  2. Versuche einen möglichst konkreten Schritt hin zu Veränderung zu formulieren. Sei realistisch, aber konsequent. Dein Smartphone von heut auf morgen nicht mehr zu benutzen kann manchen helfen, ist aber auf lange Sicht möglicherweise nicht realistisch. Vielleicht beginnst du daher erst einmal mit der Deinstallation von gewissen Apps, oder du beschränkst mit der Hilfe von eben so einer deine Screen-Time.
  3. Geh raus, stell dich vor einen Herbstbaum, der gerade dabei ist, seine Blätter zu verlieren. Verweile im Gebet über diese konkrete Sache, die du verändern möchtest. So lange, bis du ein Blatt beobachten kannst, wie es hinunterfällt.
  4. Nimm dieses Blatt mit, laminiere es ein oder packe es in Folie und schreibe dir eine Erinnerung an diese Sache darauf. Wenn du dieses Blatt dann irgendwo in deinem Zimmer aufhängst, hast du eine ständige Erinnerung daran, dass dieses Verhaltensmuster nicht mehr Teil von dir sein soll (denn das Blatt ist ja abgefallen!)

Eine coole Möglichkeit, auf diese Weise den Herbst mit seinen fallenden Blättern zu zelebrieren! Noch mehr Spaß macht es, wenn du diese Challenge mit anderen gemeinsam durchführst.