Bestimmt könnt Ihr es kaum noch hören. Covid-19 beschäftigt uns seit Monaten auf allen Ebenen.
Das besondere an diesem Virus ist, dass es seinen „Finger“ in viele offene Wunden unserer Gesellschaft legt. Plötzlich fangen wir an, uns z.B. mit den Zuständen in unseren Schlachthöfen zu beschäftigen, die tausende Arbeiter aus ärmeren Ländern beschäftigen, um für uns billiges Fleisch zu produzieren. Wir fangen nun an, unsere Globalisierung in Frage zu stellen und beobachten an vielen Stellen in der Welt die absurdesten Reaktionen auf dieses Virus.

Diese Fragen, die das Virus aufwirft, sind Fragen, die unsere Existenz als Menschheit betreffen. Offenbar ist die Globalisierung, wie wir sie seit vielen Jahrzenten betreiben sehr fehleranfällig und wir müssen uns die Frage stellen, ob das überhaupt das Richtige ist, was wir da – meist auf Kosten
ärmerer Menschen und zu Lasten der Umwelt – betreiben.
Offenbar ging es bisher vor allen Dingen darum, Produkte überall in der Welt so billig wie möglich herstellen zu können, um die scheinbar, immer schneller wachsenden Bedürfnisse von uns Menschen zu befriedigen.

Doch um welche Bedürfnisse geht es hier eigentlich? Wer oder was befeuert diese Bedürfnisse? Brauchen wir tatsächlich alle paar Monate ein neues Paar Turnschuhe oder ein neues Handy? Brauchen wir alle 2 Jahre ein neues Auto und 3 Mal im Jahr Urlaub mit einer Flugreise zum Preis
eines Bahntickets von Münster nach Köln? All diese Fragen, die das Virus aufwirft stellen sich uns vor dem Hintergrund von Umweltzerstörung, einer weltweiten Schuldenkrise und völlig entfesselten Finanzmärkten, die mit der realen Wirtschaft scheinbar nichts mehr zu tun haben.

Doch was ist bisher geschehen? Bisher haben wir uns meistens die Frage gestellt, wie wir in unserem Handeln noch effizienter werden. Doch haben wir uns jemals gefragt, ob unser Handeln überhaupt effektiv ist?


In Europa verwenden wir ca. 21 % unserer landwirtschaftlich genutzten Fläche (das entspricht mehr als der Fläche Deutschlands) für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen, für die Herstellung von s.g. „Biokraftstoff“. Gleichzeitig aber beziehen wir Futtermittel aus Brasilien, das für seinen Anbau die Fläche Frankreichs verschlingt. Dieses Futtermittel benutzen wir, um den europäischen und den Weltmarkt mit unserem Billigfleisch zu überfluten, was dazu führt, dass in ärmeren Ländern Europas und der Welt Bauern ihr Fleisch nicht mehr zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten können und um ihre Existenz fürchten müssen. Gleichzeitig ist die Biomasse der weltweit lebenden Ameisen ca. 4 Mal größer, als die von uns 7,8 Mrd. Menschen. Sie verzehren auch eine Menge tierisches Protein und entsprechen in ihrem Kalorienverbrauch ca. 30 Milliarden Menschen. Allerdings leben sie (bis auf die Königin) auch nur 3-6 Monate. Dennoch gelingt es ihnen offensichtlich ohne Restmüll und übrige Schadstoffe auszukommen.


Bislang ging es für uns Menschen nur darum, weniger schädlich zu sein. Doch wo sehen wir so ein Beispiel in der Natur, wenn wir z.b. die Ameisen betrachten oder uns nur einen Baum ansehen? Die Bäume nehmen Kohlenstoffdioxid auf und bilden über die Photosynthese daraus Sauerstoff, den wir und andere Lebewesen dringend zum Leben brauchen. Klimaneutral ist das nicht, sondern nützlich für uns alle. Diese Lebewesen denken nicht darüber nach weniger zu konsumieren, einzusparen oder
zu verzichten. Sie sind einfach durch ihre Existenz für uns Menschen und die ganze Umwelt lebensnotwendig und nützlich.
Es geht also nicht um die Frage der Effizienz, sondern um die Frage die Effektivität. Also die Frage, ob das was wir tun, überhaupt das Richtige ist.
Wenn ich in 5 Stunden von Berlin nach München kommen will, wird es mir nichts nutzen, wenn ich mit dem Zug in 3 Stunden, zeiteffizient nach Hannover fahren würde.


Kann ich dann nur klimaneutral sein, wenn ich gar nicht existiere?


Doch wie kann das sein? Sind wir nicht alle Geschöpfe Gottes, der uns liebt? Was ist es das unsMenschen solche Probleme bereitet?

Die Antwort darauf finden wir an vielen Stellen der Bibel. Jesus sagt in Matthäus 22,38,39:


Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!

Genauere Beispiele dafür, wie wir die Nächstenliebe tatsächlich umsetzen können finden wir z.b. in Römer 12:


14 Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht!
15 Freut euch mit den sich Freuenden, weint mit den Weinenden!
16 Seid gleichgesinnt gegeneinander; sinnt nicht auf hohe Dinge, sondern haltet euch zu den
Niedrigen; seid nicht klug bei euch selbst!
17 Vergeltet niemand Böses mit Bösem; seid bedacht auf das, was ehrbar ist vor allen Menschen!
18 Wenn möglich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden!
19 Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn! Denn es steht geschrieben:
„Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr.“
20 „Wenn nun deinen Feind hungert, so speise ihn; wenn ihn dürstet, so gib ihm zu trinken! Denn
wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.“
21 Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten!


Gemeint ist damit unser Egoismus, den wir in das Gegenteil, nämlich in die Nächstenliebe verwandeln sollen. Dann ist Frage nicht mehr, wie wir weniger schädlich sein können, sondern wie wir anderen und unserer Umgebung gegenüber so nützlich wie möglich sein können, indem wir
nebenbei nur das konsumieren, was wir tatsächlich brauchen.


Wenn man sich einen lebendigen Körper vorstellt, kann man sehen, dass alle Zellen in einem Organismus darauf ausgerichtet sind, stets die s.g. Homöstase herzustellen. Als Homöostase, wird das ständige Gleichgewicht durch Austausch im Körper bezeichnet, ohne das wir nicht lebensfähig
wären. Wenn Zellen plötzlich entarten und anfangen über ihren eigenen Bedarf zu konsumieren, wird der Körper krank und es entsteht z.B. Krebs.
Ist das also effektiv, wenn ich immer nur meinen eigenen Vorteil suche oder wäre es vielleicht effektiver, wenn ich die Schöpfung, also auch meine Mitmenschen in meine Kalkulation einbeziehen würde? Welchen Nutzen hat mein Handeln in diesem Moment für meine Umgebung?

Das sind Fragen, die uns tatsächlich zu einer effektiv gelebten Nächstenliebe und einer, für die ganze Welt nützlichen Globalisierung führen können. Probieren wir es aus! 🙂

Von Daniel

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/natur-wald-sonne-moos-strahlen-3294681/