Von Rahel

Mal vorweg: Krasse Reihe an Andachten, die euch da wöchentlich beschäftigt! „Was die menschliche Selbstsucht hervorbringt, ist offenkundig, nämlich: Unzucht, Verdorbenheit und Ausschweifung, Götzenanbetung und magische Praktiken, Feindschaft, Streit und Rivalität, Wutausbrüche, Intrigen, Uneinigkeit und Spaltungen, Neid, Trunk- und Fresssucht und noch vieles dergleichen…Der Geist GOTTES dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen“!

Irgendwie war mir das nicht so bewusst gewesen, als ich schnell für diesen Input zugesagt habe… Nun starre ich überrascht auf den Text aus der Bibel -aus dem Buch Galater- in das fünfte Kapitel. Menschliche Selbstsucht: bäm – eher ungünstig! Der Geist GOTTES: bäm – super mega lässig! Eine Fülle von Gutem! Und dann wird auch noch direkt aufgezählt, was gut ist! „Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung“ !

An wen richtet sich das denn bitte? Aha: an die Leute, die damals in die Gemeinde in Galatien gingen. Es ist ein Brief, den der Paulus an diese Gemeinde schreibt, an die Galater. Okay! Puh! Dann bin ich also raus! Ich ging nicht in diese Gemeinde! Geh ich auch heute nicht! Ich wohne in Berlin! Und wenn ich ehrlich bin: ich glaub, ich hab’s nicht so mit der Fülle an Gutem, die man bei mir als Früchte erkennen könnte…

Aber ääähm, warte mal! Ich lese grad weiter! Da steht dann im Vers 24 „Menschen, die zu JESUS CHRISTUS gehören“! Oh…also…betrifft dieser Brief nicht nur die Galaterleuts damals?? Also: gehör ich doch dazu! „Der Geist GOTTES dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen“. Über Freundlichkeit soll ich was schreiben. Was iss‘n das eigentlich? Nett sein? He! Okay! Easy! Kann ich! Ich hab die letzte Woche einer Freundin zum Einzug `ne Postkarte geschickt, meiner WG des nachts frischen Osaft gepresst, der Nachbarin schwere Taschen getragen, mit Opa spazieren gewesen, hab Mama Blumen geschenkt! Und dann hab ich bis vorhin noch fröhlich ein Gespräch geführt.

Aber in dem Moment, als klar wurde, dass mein Gegenüber meine Meinung nicht annimmt, da bin ich…ähm…zack… knallhart laut und übergriffig geworden. Und wenn ich ehrlicher bin: das waren meine Eltern, die ich da angeplafft habe. Man, eh! Was ist das denn? Gegenüber anderen, die mich cool finden, da kann ich das! Aber bei meiner Family? Da fällt mir das so irre schwer! Freundlich bleiben. Nett im Gespräch auf mein Gegenüber reagieren. Alteeer! Familie. Wo ich doch immer wieder in so einer Rolle bin. Nicht wirklich selbst ausgesucht. So reingeboren und da so drin. Da passiert mir das dann so schnell! Da werd‘ ich laut, frech, fies und gemein,…

Und dann les ich „Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen nämlich: Freundlichkeit!

Mist, eh! Voll versagt! … Auch schon erlebt?!

Wie passiert das denn? Warum kann ich meinem Vater, der scheinbar `ne ganz andere Meinung vertritt und mir unfassbar unbelehrbar vorkommt, in einer aufgeheizten Situation nicht nett begegnen??! Warum muss ich ihm sagen, dass ich es besser weiß? Hab ich in den Momenten zu wenig „Geist GOTTES“ in mir???

Spannend wird es, wenn ich nur ein paar Verse im Text zurückgehe: „Wenn ihr einander wie wilde Tiere kratzt und beißt, dann passt nur auf, dass ihr euch nicht gegenseitig verschlingt! Ich will damit sagen: Lebt aus der Kraft, die der Geist GOTTES gibt; dann müsst ihr nicht euren selbstsüchtigen Wünschen folgen.“

Die Frage warum muss ich…, wird hier also aufgelöst! Ich muss nämlich nicht! Also nicht mehr!

Ich muss nobody auf die Nase binden, dass ich die Coolste bin. Ich muss hier nicht lauthals meinen Egotrip durchziehen!

Ich darf aus der Kraft leben, die der Geist GOTTES mir gibt!

Ja, wie krass ist das denn? Ich eher passiv, ER eher aktiv!

Die Kraft von SEINEM Geist! Die überkommt mich. Um mich zu stärken. Um mich zu beruhigen. Um mich freundlich zu stimmen.

Und dann muss ich nichts mehr!

Ich hab mal eben grad nachgeklickt, was Freundlichkeit noch bedeutet! …weil nett ja bekanntlich die kleine Schwester von Scheiße ist und eher weniger aussagekräftig. Da les ich bei duden.de unter „andere Wörter für Freundlichkeit“ auch das Wort Gutherzigkeit! Was für ein großartiges Wort!!

Ich glaub nicht, dass es beim ungewollten Ausrasten (egal ob gegenüber Eltern, Geschwistern, Mitschülern, Lehrern) um die Frage geht: „Hä? Hab ich zu wenig GOTTES Geist in mir?!“ Ich denke, es geht da viel mehr um meine Herzenshaltung!

Hab ich Bock, mein Herz immer wieder neu von SEINEM Geist füllen zu lassen und durch IHN gutherziger zu werden?

Was ich ziemlich cool und ermutigend finde: ER hat da Bock drauf! Ein paar Bücher eher in der Bibel verspricht das GOTT nämlich mal: „Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Ich nehme das versteinerte Herz aus eurer Brust und schenke euch ein Herz, das lebt.“ (nachzulesen in Hesekiel 36,26)

Weil ER mich lieb hat. Und weil IHM was an mit-Freundlichkeit-gefüllter-Gemeinschaft liegt.

Weil ER alles dafür gegeben hat. Weil ER bereit war, SEIN Herz mit meinem zu tauschen. Damit ich gutherziger werden kann.

Schreibt sich grad unfassbar easy. Aber ich merke: der Wirklichkeit ist das doch sau schwer… Ich vergess‘ das nämlich, dass ich dadurch getrost zurückstecken kann!

He, ich will da täglich neu für beten: dass ich darauf Laune habe. He, ich will täglich neu mir Zeit mit IHM einzuräumen: damit ER mich daran erinnert. He, ich will Leut‘s, die auch mit JESUS unterwegs sind, bitten: dass sie mich ermutigen.

Noch kurz:

Und weißt du, wenn es mal wieder nicht geklappt hat, dass dein Gegenüber diese Reife Freundlichkeitsfrucht gesehen hat, sondern eher das Trotzgesicht. Dann war das so.

Dann bitte IHN wieder neu. Um SEIN Herz. Für dich. Das darfst du!

UND: hab die Freiheit, dich zu entschuldigen. Bei deinem Gegenüber! Weil JESUS dich lieb hat! So doll, dass ER für dich alles gegeben hat! …aber das ist jetzt vielleicht doch Inhalt einer neuen Andacht…. J

IT’S QUESTIONTIME!
_Wie reif ist deine Freundlichkeitsfrucht?
_In welchen Momenten merkst du, dass bei dir Schluss mit der Freundlichkeit ist?
_Kennst du auch das Gefühl, dass du schon wieder absolut am Versagen bist und alles aus dir heraus packen musst?
_Hast du dich schon mal getraut, JESUS zu fragen, ob ER mit dir ins Tauschgeschäft geht?
_Was machst du, um daran erinnert zu bleiben, dass ER dich krass lieb hat?