Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ist bestimmt eine der bekanntesten Geschichten von Jesus in der Bibel. Vielleicht kennen sie sogar ein paar deiner Freunde, die keine Christen sind, in Grundzügen. Du wirst sie wahrscheinlich schon in diversen Kindergottesdiensten und auf sonstigen Veranstaltungen gehört haben. Lies sie doch heute trotzdem mal wieder nach, in Lukas 10, 25-37!

Jesus erzählt von einem Mann, der in in einem gefährlichen Gebiet unterwegs ist und dann auch tatsächlich von Räubern überfallen wird. Er liegt verletzt in der Nähe einer Straße, und es kommen Leute vorbei. Aber keiner der Menschen, die Gottes Gebote sehr gut kennen mussten, hilft ihm. Wer ihm hilft, ist dann eben der Samariter: Der Angehörige einer Volksgruppe, die damals von den Israeliten ziemlich verachtet wurde. Das Gleichnis soll den Zuhörern erklären: Nächstenliebe bedeutet, jedem zu helfen, dem man Hilfe zukommen lassen kann. Nicht nur den Freunden, nicht nur der Familie. Sondern jedem, den man hilflos antrifft. Das kann ganz schön schwierig sein… was zum Beispiel, wenn einen der Typ, der einem ständig blöde Kommentare an den Kopf wirft, auf dem Pausenhof selber angepöbelt wird? Ihm zur Seite stehen? Der natürliche Reflex ist bestimmt ein anderer…

Das Gleichnis macht aber noch einen zweiten spannenden Punkt. Es ist nämlich eine ganz schön peinliche Geschichte für die israelitischen Zuhörer von Jesus. Ihre Freunde und Familie, die Leute aus ihrem Volk, würden an einem Verletzten vorübergehen? Und dann hilft nicht nur irgendwer, sondern ein Typ, den erstmal keiner leiden kann? Der soll das Wort Gottes besser verstanden haben als die Religionsexperten?!

In unserer Zeit ist das schwer zu verstehen, deshalb hilft es, das Gleichnis in die Gegenwart zu übertragen. Und dafür bist du dran: Wie könnte das heutzutage aussehen? In was für einer Situation könnte jemand Hilfe gebrauchen? Und bei wem wäre es mir selber peinlich, wenn er dann anstatt von mir hilft? Da wäre zum Beispiel der Mitschüler, dem sein Getränk in der Tasche ausgelaufen ist – aber ich hab keine Zeit, beim Saubermachen zu helfen, weil ich zum Schülerbibelkreis (SBK) „muss“. Stattdessen hilft ihm der nervige Mathelehrer, den ich nicht ausstehen kann, weil er immer Sprüche über Christen macht. Irgendwie peinlich, wenn er das mit der Nächstenliebe besser verstanden hat als ich…

Fällt dir oder deinem SBK ein anderes Beispiel ein? Schreib es doch in die Kommentare, wir würden es sehr gerne lesen! Wir wünschen dir jedenfalls eine gute Schulwoche voller barmherziger Samariter (inklusive dir selbst)!