Wenn Christen in den Fokus der Diskussion geraten, werden sie oft als Tagträumer abgestempelt. Sie berufen sich sschließlich auf ein Buch, was völlig veraltet ist und vollgesopft mit Märchen, die kein seriöser Wissenschaftler glauben kann. Angesichts der folgenden

FAQ an das Buch der Bücher

bin ich selbst auch schon öfter ins Stocken geraten – und ich hoffe, dir können die kurzen Gedankenanstöße und weitere Literaturtipps weiterhelfen.

#1 Wurden die Aussagen der Bibel nicht schon lange durch die Wissenschaft widerlegt? Wer glaubt denn heute tatsächlich noch an eine Erde, die 7000 Jahre alt ist?!

Evolutionsbiologische Erkenntnisse gehen heute von einer Erdgeschichte aus, die über mehrere Milliarden Jahre gedauert hat. Offensichtlich widerspricht dem ein Bericht, der von einer Schaffung der Welt in 7 bzw. 6 Tagen zeugt und einer Menschheitsgeschichte, die sich durch Addition von Altersangaben auf 7000 Jahre zusammenrechnen lässt.

Fakt ist, beim Beginn der Weltgeschichte war niemand dabei. Weder der Schreiber der Schöpfungsgeschichte, noch die Wissenschaftler, die heute mit komplizierten Algorhithmen versuchen, das Alter von Gesteinsformationen und Knochenfunden zurückzurechnen. Geholfen haben mir folgende Aspekte bei der Positionierung zu dieser Frage:

  1. Die Evolutionswissenschaft schließt die Existenz und das Eingreifen von übernatürlichen Kräften von vorn herein aus. Das ist eine total andere Herangehensweise als die, die wir haben. Wenn man von einer anderen Grundvoraussetzung ausgeht, ist klar, dass das Resultat am Ende auch ein anderes sein muss.
  2. Der Schöpfungsbericht redet an keiner Stelle von einem Erdalter von 7000 Jahren. Vielmehr lesen wir in den ersten Versen, dass die Erde schon vorher als „wüst und leer“ – also ohne Lebewesen – existiert hat.
  3. Die Feststellung des Alters von Fossilienfunden ist extrem kompliziert und beruht auf Algorhithmen, die versuchen, möglichst viele Variablen in ihre Berechnung mit einzubeziehen. Dabei können aber nur diejenigen Variablen einberechnet werden, die die Wissenschaft von heute kennt. Inwiefern sich geologische Prozesse im Laufe der Zeit verändert haben, kann aus heutiger Sicht nicht nachvollzogen werden – vor allem nicht über einen Zeitraum von Milliarden von Jahren.
  4. Die Bibel hat an keiner Stelle den Anspruch erhoben, die Weltgeschichte wissenschaftlich zu erklären. Was sie tut ist, das Wesen Gottes und seine Geschichte mit seinen Geschöpfen den Menschen zu offenbaren! Das gibt mir persönlich einen tiefen Frieden und befreit mich aus der engstirnigen Diskussion von Schöpfung vs. Evolution oder Glaube vs. Wissenschaft.

Wenn dich diese Frage darüber hinaus interessiert, schau dir gern dieses Interview mit John Lennox an:

#2 Wie kann ein so altes Buch glaubwürdig sein?

Einige wichtige Punkte dazu:

  • die biblischen Datierungen und Ortsangaben decken sich mit jenen aus anderen historischen Quellen und heutigen archäologischen Funden.
  • Insbesondere die Schriften des Neuen Testamentes sind mit über 1000 Funden von Abschriften oder Fragmenten extrem gut belegt. Andere Quellen z. B. von Platon werden bisher teilweise nur von 10 unterschiedlichen Schriftstücken bezeugt.
  • Bis ins 15. Jahrhundert hinein wurde die Bibel unter starker Kontrolle abgeschrieben und vervielfältigt. Immer wieder wurde am Ende die Gesamtzahl der Wörter und Buchstaben gezählt, um Fehler zu vermeiden.
  • Die Verbreitung und Vervielfältigung lief in den Anfängen dezentral und wurde nicht von Oben korrigiert und angepasst. Die Christen selbst schrieben die Bibel für ihren eigenen Gebrauch ab. Man kann davon ausgehen, dass sie großes Interesse daran hatten, den Wahrheitsgehalt der Bibel zu erhalten.
#3 Wer sagt uns, dass die Schriften Tatsachen belegen und nicht erfunden sind?

Die Menschen, die sich besonders in der Anfangszeit des Christentums zu diesem Glauben bekannten, mussten dafür unter schwerer Verfolgung leiden. Ein Interesse daran, dass diese unbequeme Botschaft überlebt, müssen Leute gehabt haben, die von der Glaubwürdigkeit dieser Ereignisse überzeugt waren und die diese weitergeben wollten. Menschen, die für ihre Überzeugungen sogar den Tod auf sich genommen haben, kann man schlecht falsche und verlogene Motive unterstellen.

#3 Widerspricht sich die Bibel nicht ständig selbst?

Die 66 biblischen Bücher sind über einen Zeitraum von 1,5 tausend Jahren verfasst worden, von 40 verschiedenen Autoren. Angesichts dieser Zahlen finden wir in der Bibel dennoch eine beeindruckend große Übereinstimmung zwischen den einzelnen Büchern.

a. die Evangelien

Bei diesem Argument beziehen sich Kritiker häufig auf die synoptischen Berichte der Evangelien, also die Bücher des neuen Testamentes, die die vom Leben Jesu berichten.

Zwei der Evangelien, nämlich das Matthäusevangelium und das Johannesevangelium stammen von je einem der 12 Jünge Jesu, sind also als Augenzeugenberichte erster Hand zu werten. Markus und Lukas hingegen haben Zeugen befragt und so aus mündlichen Erzählungen, teilweise Abschriften aus dem vorhandenen Matthäusevangelium und eigenen Nachforschungen ihre Berichte verfasst. Dabei spielt ihre intendierte Aussage für ihre zukünftige Leserschaft eine wichtige Rolle und bestimmt Fokus und Schwerpunkt ihrer Erzählungen.

Das Johannesevangelium tanzt im Vergleich der Evangelien ziemlich aus der Reihe. Das liegt daran, dass Johannes zu einer Zeit schrieb, in der viele Apostel schon tot waren. Der Fokus seiner „Jesusbiographie“ ist nicht unbedingt ein erneuter kompletter Bericht seines Lebens (diese gab es ja schon dreimal). Er sah die Notwendigkeit, das Leben Jesu unter dem Aspekt zu beleuchten, warum dieser der menschgewordene Gott sein musste.

b. Altes und Neues Testament

Scheinbar werden im Neuen Testament viele Aussagen des alten Testaments widerrufen und durch neue Aussagen und Lebensrichtlinien ersetzt. Tatsächlich handelt es sich mit dem Kommen Jesu um einen „Neuen Bund“, der viele alte Gebote der Reinheit und der Opferung zur Sündenvergebung ablösen. Dies geschieht aber nicht, weil Jesus diesen Lehren widerspricht, sondern, weil er diese selbst ERFÜLLT! Damit schafft er eine völlig neue Dimension von Gottesbeziehung als die, die im Alten Testament Grundlage war.

Nichts desto trotz bezieht sich Jesus und auch andere Autoren der Briefe im Neuen Testament sehr häufig auf Aussagen aus den geschichtlichen und prophetischen Büchern des alten Testaments. Denkt doch zum Beispiel einmal an die vielen Stellen, an denen Jesus seine Werke mit „damit erfüllt wird was in der Schrift geschrieben steht …“ begründet. Oder an die Vergleiche zwischen Mose und Jesus, die bei Paulus gezogen werden. Hier finden sich zahlreiche Bezüge, die klarstellen, dass das Alte Testament nicht an Aussagekraft verloren hat. Vielmehr müssen wir es nun im Kontext des Neuen Testaments lesen.

#4 Und wenn doch alles Zufall ist?

Diese ganzen Bezüge zwischen Altem und Neuem Testament, die prophetischen Vorhersagen…das muss ja nicht zwingend Gottes Plan gewesen sein, es kann sich ja auch alles durch Zufall genau so ereignet haben, wie vorhergesagt. Oder?

enough said 😀
#5 Die heutigen Übersetzungen sind nicht glaubwürdig, unterscheiden sich stark und widersprechen sich sogar!

Bis zum heutigen Tag wurde die Bibel in 692 Sprachen vollständig übersetzt und ist ausschnittweise in mehr als 3000 verschiedenen Sprachen zu lesen. Das ist eine überwältigend große Zahl. Allein in Deutschland kann man sich vor verschiedenen Übersetzungen dabei kaum noch retten. Da gibt es Luther, Luther revidiert, die Volxbibel, Neü, NGÜ, Einheitsbibel, Neues Leben Bibel, Elberfelder, Hoffnung für alle, …die Liste ist endlos lang.

Schau bei der Wahl deiner Bibelübersetzung darauf, für wen diese Übersetzungen geschaffen worden. Die Volxsbibel ist KEINE bibelhistorische Übersetzung, die für sich den Anspruch erhebt, sich wie Luther an die Originaltexte gehalten zu haben. Sie entstand, um Menschen, die mit den Formulierungen der Bibel in ihrem eigenen Lebenskontext nichts anfangen können einen Zugang zum Wort Gottes zu schaffen.

Achte bei der Wahl deiner Übersetzung darauf, worauf sich die Texte berufen. Luther, Elberfelder und auch modernere Übersetzungen wie die NGÜ berufen sich auf die Hebräischen und Griechischen Originalschriften, die sogenannten Urtexte und können insofern als verlässliche Quellen- und Übersetzungsarbeit angesehen werden.

Noch ein paar Worte zum Abschluss dieses Beitrags:

Ich habe hier ein paar Aspekte aufgegriffen, Vorwürfe, mit denen die Bibel häufig konfrontiert wird. Weder die Fragen noch die Antworten erheben hierbei einen Anspruch auf Vollständigkeit.

Unsere Challenge: Begib dich SELBST auf Entdeckertour, schau dir die Argumente beider Seiten an, vergleiche und ziehe deine eigenen Schlüsse! Das ist 100 mal wertvoller, als einfach Sätze von Websites wie dieser hier zu kopieren und nachzuplappern. Nimm die Fragen der Menschen an die Bibel ernst und versuche, vielleicht auch gemeinsam mit ihnen, Antworten zu finden. Für interessierte Leser hier noch ein paar Links und Literaturtipps:

+ https://www.was-christen-glauben.info/glaubwuerdigkeit-bibel/
+ https://www.erf.de/themen/glaube/zweifelhafte-zeitrechnung/2803-542-5906
+ https://www.jesus.ch/information/bibel/hintergrund/112499-acht_gruende_fuer_die_glaubwuerdigkeit_der_bibel.html
+ https://www.iguw.de/
–> Lohnende Bücher zum Beispiel „Kein Grund zur Skepsis“ „Hat die Wissenschaft Gott begraben“
–> Lohnender Film: „Faszination Universum“