Ich war die ganze Zeit versucht, mal wieder eine Weihnachtsandacht vom Stapel zu lassen, die sich über die Hirnverbranntheit des weihnachtlichen Kaufrausches und des Massenkonsums aufregt, Weihnachtsmärkte und Geschenketrubel verurteilt und mit einem vorwurfsvollen Ton am Ende schreibt „Leute, JESUS ist der Grund für Weihnachten! Keep Christ in Christmas!“

Eine wichtige und nicht zu vernachlässigende Botschaft, keine Frage. Aber irgendwie kriegt man diesen Vorwurf in christlichen Kreisen ja eh schon zu Genüge zu hören. Also beschränke ich mich an dieser Stelle einfach darauf, mich über die abnormalen Preise für gebrannte Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt aufzuregen. Ich meine, das ist doch wirklich abartig, für das gleiche Geld krieg ich anderswo nen Döner mit SCHAFSKÄSE und extra Fleisch! Und die ganzen Leute, die sich da vor dem Stand drängeln! Dass die das nicht mitbekommen, wie die da abgezockt werden …

So. Das musste raus … Aber abgesehen davon finde ich, dass „Keep Christ in Christmas“ viel weniger damit zu tun haben sollte, dass ich mich über das Konsumverhalten anderer beschwere. Und ich finde auch, dass die Weihnachtsbotschaft viel weniger mit Advent und Weihnachten und viel mehr mit meinem ganzen Leben zu tun haben sollte.

Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel. [Jesaja 7.14]

Immanuel bedeutet „Gott mit uns „. Gott gibt uns ein Zeichen seiner Gegenwart indem er selbst zu uns auf die Erde kommt. Diese Gegenwart Gottes feiern wir zu Weihnachten natürlich besonders und freuen uns mit Christen auf der ganzen Welt darüber. Aber, wie oft sind wir uns eigentlich dessen bewusst, welche Auswirkungen diese Menschwerdung Gottes für mich, uns und unser ganzes Leben hat? Was macht IMMANUEL – die Gegenwart Gottes – eigentlich mit mir? Und vor allem, was macht IMMANUEL mit mir im Januar, Februar, März, April, … ?

Nimm dir doch ganz konkret dieses Weihnachten eine Sache vor, die du vielleicht jetzt im Advent durchgeführt hast (zum Beispiel Zeiten der Stille einzurichten, die Menschen um dich herum mehr in den Blick zu nehmen, mehr Bibel zu lesen, sich jeden Tag Zeit fürs Gebet nehmen,…), und die du, wenn die Saison vorbei ist, trotzdem weiter durchführen willst. So wie wir uns jetzt im Advent ganz besonders auf die Gegenwart Gottes ausrichten und auf seine Ankunft vorbereiten, können wir das ganze Jahr über in unsere Tage starten!

Ich möchte dich ermutigen, deine Freude an IMMANUEL – Gott mit uns – nicht nur jetzt zu Weihnachten zu zelebrieren, sondern dich das ganze Jahr über daran zu freuen!

 

Wir vom AK Nordost wünschen dir in diesem Sinne ein reich gesegnetes Weihnachtsfest, bei dem Jesus ganz natürlich im Mittelpunkt steht und bei dem er danach vielleicht ganz bewusst und spürbar im Mittelpunkt stehen bleibt. Weil sich an seiner Gegenwart nichts ändert, ganz egal, welche Jahreszeit!